Frank Jakubzik

Lesung
Frank Jakubzik
„In der mittleren Ebene“

Samstag, 29. Oktober
Beginn: 20 Uhr
Buchhandlung Bukafski, Kurfürstenstraße 9, Mainz
Eintritt: 7 Euro / erm. 5 Euro
(Termin im iCal-Format)

Foto Frank Jakubzik
(c) Stephanie Koch

Es beginnt mit einem ebenso allgegenwärtigen wie zumeist überhörten Stöhnen: Die Mitarbeiter „in der mittleren Ebene“ des IT-Konzerns McWorthy leiden unter den Zumutungen ihres Jobs. Nie können sie sicher sein, wo sie sich befinden und wohin sie unterwegs sind (oder sein sollten). Letztes Mittel der Selbstbewahrung: die Flucht ins Irrationale. Das Upgrade in die First Class wird zum Lebenszweck; die Opferung eines USB-Sticks zum Karriere-Boost, der eigene Unfalltod im geliebten Cabrio zum erleichternden Wunschtraum.

Mit allen möglichen Einbildungen und Fiktionen versuchen die Figuren dieser „Erzählungen aus den kapitalistischen Jahren“ – so der Untertitel von Jakubziks literarischem Debüt – sich das Arbeitsleben erträglich zu machen. Unausgesprochen steht hinter allem die Frage: Warum halten wir das alles aus?

Frank Jakubzik, 1965 in Kassel geboren, lebt und arbeitet in Mainz-Bretzenheim. Neben Übersetzungen (Zygmunt Bauman, G. K. Chesterton, Colin Crouch, Franco Moretti u.a.) verfasst und veröffentlicht er Prosa. „In der mittleren Ebene“ ist sein Erzähldebüt im Suhrkamp Verlag.

Heinz Strunk

Lesung
Heinz Strunk
„Der goldene Handschuh“

Sonntag, 23. Oktober, 20 Uhr
Capitol-Kino, Neubrunnenstraße 9, 55116 Mainz
Termin im iCal-Format

Vorverkauf: 16 Euro (im Capitol-Kino und in der Buchhandlung Bukafski)
Abendkasse: 18 Euro

Foto Heinz Strunk
(c) Dennis Dirksen

Bislang war das eine Drittel von „Studio Braun“ und „Fraktus“ eher als in allen Medien wildernder Komiker im Gedächtnis. Zwar ist Strunk schon seit vielen Jahren auch Schriftsteller („Fleisch ist mein Gemüse“!) – aber eben oft mit jenen popkulturellen, autobiografischen und humoristischen Hintergründen, die viele Prominente den Versuch wagen lassen, sich mit bedruckten Seiten ein neues Standbein zu verschaffen.

Mit der Veröffentlichung seines Romans „Der goldene Handschuh“ nimmt seine Vita eine erstaunliche Wendung: Die Geschichte des realen Frauenmörders Fritz Honka lotet die Kaputtheit des Mikrokosmos Kneipe so weit aus, dass weit mehr zurückbleibt als das selbstgerechte Lachen über gescheiterte Existenzen. Im unaufhaltsamen Absturz gehen Menschlichkeit und Würde verloren und diese nur im Suff erträgliche Ausweglosigkeit wird zum Nährboden einer Mordserie.

Heinz Strunk verlässt also mit „Der goldene Handschuh“ unwiderruflich die Komikecke und schreibt sich auf die hell ausgeleuchteten Sofas des hohen Literaturbetriebs ein, so dass dem biederbürgerlichen Feuilleton die Pfeife aus der Hand fällt. Man spricht von einem „Stilwunder“ (FAZ), einem „formvollendeten“ (NZZ), „faszinierend unheimlichen“ (taz) und „brillanten, atmosphärisch hackendichten Roman“ (Bayern 2). Alle Achtung!

Eine Veranstaltung des LiteraturBüro Mainz e.V. in Kooperation mit den Programmkinos Mainz

 

Christoph Höhtker

Lesung
Christoph Höhtker
„Alles sehen“

Freitag, 3. Juni 2016
Beginn: 20.00 Uhr
Buchhandlung Bukafski, Kurfürstenstraße 9
Eintritt: 7,00 Euro/erm. 5,00 Euro

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(c) Alexandra Sonntag

Wir haben die Zukunft der deutschsprachigen Literatur gesehen – und sie heißt Christoph Höhtker! Oder kann ein Autor schlecht sein, der zugleich von Jochen Distelmeyer, Rocko Schamoni und Frank Schulz gelobt wird?

„Alles sehen“, der neue Roman Höhtkers, ist das hochkomische Porträt der Stadt B. und einiger ihrer Bewohner. Da ist Michael Brandt, der Slacker und Studienabbrecher, der bei einem kommunistischen Kurierdienst anheuert, Marion, die mit Jan liiert ist, der aber am liebsten nur mit seinen Fahrrädern spricht. Und natürlich Marions Ex-Freund Frank Stremmer, den Höhtker-Fans bereits aus dessen Debüt „Die schreckliche Wirklichkeit des Lebens an meiner Seite“ kennen. Ein Roman von „Doppelbödig- und Welthaltigkeit, zeitgenössische Relevanz, Sexiness und speziellen Humor“ (Frank Schulz, Die Welt), der so wichtige Fragen klärt wie: „Wie wirken Drogen an einem Ort, der selber Droge ist“?

Für Leser, „die noch an die Neuerfindung des Romans glauben.“ (WDR 1LIVE Klubbing)

Christoph Höhtker, geboren 1967 in Bielefeld, studierte Soziologie, war Taxifahrer, Sprachlehrer, Werbetexter. 2013 veröffentlichte er sein Debüt „Die schreckliche Wirklichkeit des Lebens an meiner Seite“. Höhtker lebt und arbeitet in Genf.

King Rocko Schamoni

Lesung und Konzert
King Rocko Schamoni
„Songs & Storys“

Mittwoch, 1. Juni 2016
Beginn: 20.00 Uhr
Capitol-Kino, Neubrunnenstraße 9
Eintritt: 15,- € Vorverkauf, 18,- € Abendkasse

Karten im VVK gibt’s im Capitol, im Großmanns und in der Buchhandlung Bukafski

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(c) Dorle Bahlburg

Er ist Schriftsteller, Popstar, Filmemacher und -held. Mit seinem Debüt „Risiko des Ruhms“ legte er den Schlüsselroman über die Hamburger Boheme vor, der bereits jetzt von Literaturwissenschaftlern in diversen Großprojekten dechiffriert wird. Mit „Dorfpunks“ schrieb er sich seine viel zu fröhliche Jugend von der Seele, mit „Sternstunden der Bedeutungslosigkeit“ therapierte er gleich die halbe Bundesrepublik und „Fünf Löcher im Himmel“ gilt unter Eingeweihten als sein Opus magnum.

Nach dem medialen Overkill mit der Doku-Fiktion „Fraktus“ in allen Lichtspielhäusern und dem gleichnamigen Postpunk-Praetechno-Bandprojekt on stage hat Rocko Schamoni den Königstitel längst wieder angenommen und sich nochmals neu erfunden: Live gibt’s künftig nicht nur ein Best of ewigjunger Texte und musikalischer Evergreens, sondern auch verdammt viel neues aus Textproduktion und Tonstudio. Unterstützt wird bei diesem Programm der Superlative von Tex Matthias Strzoda, der bereits mit Bernd Begemann, Andreas Dorau und The Go-Betweens musizierte.

Eine Veranstaltung in Kooperation mit den Programmkinos Mainz

Marjana Gaponenko

Lesung
Marjana Gaponenko
„Das letzte Rennen“

Freitag, 20. Mai 2016
Beginn: 19.30 Uhr
Staatstheater Mainz, Glashaus
Eintritt: 9,50 Euro, erm. 4,75 Euro
Karten sind im VVK im Staatstheater Mainz erhältlich.

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(c) Martin Krondorfer

Ein Pferderoman – und was für einer! „Das letzte Rennen“ ist ein wunderbares Aus-der-Zeit-fallen: Obwohl im Wien der Gegenwart spielend, wird hier in allerbester k.u.k.-Erzähltraditionen zwischen Witz und Melancholie pendelnd von der Pferdesport-Obsession eines zu viel zu viel Geld gekommenen polnischen Migranten und Ingenieurs erzählt. Und von dessen Sohn, einem liebenswerten Nichtsnutz, der freilich an der monetären Knute des Vaters leidet, aber auch nicht ohne sie kann. Das äußerst spannungsgeladene Verhältnis zwischen dem debilen Selfmademillionär und dem dekadenten Sohnemann gipfelt in einem furiosen Showdown, für den Marjana Gaponenko alle Register des schwarzen Humors zieht.

„Diese Autorin lotet tief, und doch kommt alles verspielt und heiter daher. Bemerkenswert.“ (Tomas Gärtner, Dresdner Neueste Nachrichten)

Marjana Gaponenko geboren 1981 in Odessa, studierte dort Germanistik und lebt heute nach Aufenthalten in Krakau und Dublin in Wien und Mainz. Sie schreibt seit 1996 auf Deutsch. Zahlreiche Beiträge in Literaturzeitschriften und Anthologien. 2012 erschien ihr hochgelobter Roman „Wer ist Martha?“ und 2015 mit „Zu den Sternen“ ihr erstes Theaterstück.

Eine Veranstaltung des LiteraturBüro Mainz e.V. und des Staatstheaters Mainz