LiteraturBüro Mainz e.V. für Rheinland-Pfalz

Programm 2.2011

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Annett Gröschner
"Walpurgistag"

Lesung
Freitag, 7. Oktober
Beginn: 20.00 Uhr
Antiquariat am Ballplatz
Ballplatz 5b
Eintritt: 8,- Euro, erm. 6,- Euro

Annett GröschnerBerlin am 30. April – die Stadt rüstet sich für die alljährlichen Krawalle in der Walpurgisnacht. Und für Annja Kobe, die Heldin aus Annett Gröschners neuem Roman „Walpurgistag“, die Gelegenheit, unbemerkt mit ihrem Vater umzuziehen, der seit zehn Jahren und fünf Monaten tiefgefroren in einer Kühltruhe liegt. Was folgt, ist eine Odyssee durch die Hauptstadt, bei der sie den verschiedensten Menschen begegnet: Menschen, die wegen neuer Besitzverhältnisse die Wohnung wechseln müssen, sich auf der Flucht vor der großstädtischen Einsamkeit in Blind Dates stürzen oder glauben, die Welt durch Aktionstheater verbessern zu können.

„Walpurgistag“ ist ein rasanter, mit grimmigem Humor erzählter Großstadtroman. Wie schon in „Parzelle Paradies“ erweist sich Gröschner als genaue Beobachterin ihrer Berliner Wahlheimat, jenseits von Hauptstadtwahn und falschem Lokalpatriotismus.

(c) Foto: Philipp von Recklinghausen

Andri Snær Magnason
"Traumland - Was bleibt, wenn alles verkauft ist?"

Lesung
Mittwoch, 12. Oktober
Beginn 20.00 Uhr
Walpodenakademie
Neubrunnenstr. 8
55116 Mainz
Eintritt: 8,- Euro, 6,- ermäßigt

Andri MagnasonIsland, das Gastland der Frankfurter Buchmesse 2011: Das sind Geysire, Elfen, Trolle, Walfleisch auf dem Teller und ein Popstar namens Björk. Seit 2009 aber steht Island auch für Bankencrash, Umweltzerstörung und eine entschiedene Absage ans Establishment. Einer der Akteure dieses Aufstands, der Schriftsteller Andri Snær Magnason, erzählt in "Traumland", was passiert ist.

Am Beispiel von Island macht er eine Entwicklung nachvollziehbar, die wir alle kennen, die sich überall nach dem gleichen Muster abspielt und aus der es keinen Ausweg zu geben scheint: Gewachsene Strukturen werden aufgegeben für einen scheinbaren Wohlstand, an dem aber zunehmend immer weniger teilhaben. Als Visionär ist Magnason in den letzten Jahren über Island hinaus zu einem gefragten Gesprächspartner in Sachen Zukunft geworden. "Traumland" ist persönlich, poetisch und nur scheinbar naiv; unterhaltsam, dabei jedoch akribisch recherchiert und kämpferisch in der Aussage, kurz: "eine fulminante Polemik, die die Probleme Islands in eine globale Perspektive rückt." (New York Times)

Die Lesung ist in englischer Sprache und wird multimedial ergänzt.

Brigitta Dewald-Koch und Christa Estenfeld
"Am falschen Ort" und "Flutlicht"

Buchpräsentation
Donnerstag, 13. Oktober
Beginn: 19.30 Uhr
Gutenberg-Buchhandlung
Große Bleiche 29-31
Mainz
Eintritt: 5,- Euro

Brigitta Dewald-Kochs Roman "Am falschen Ort" erzählt vom komplizierten Verhältnis zwischen Müttern und Töchtern, von der Sehnsucht nach Liebe und Anerkennung, von der gefährlichen Rolle der Illusion und von Männern, die im richtigen Moment schweigen können. "Flutlicht" von Christa Estenfeld entführt in eine nicht ferne Epoche der Auflösung menschlicher Gemeinschaften und knüpft an das Genre des Abenteuerromans an. Im Rahmen  der Buchpräsentation werden von Kulturstaatssekretär Walter Schumacher vorgestellt und gewürdigt. Die Moderation übernimmt der Verleger Andre Thiele.

Riot-Grrrl-Abend
mit DJ Patex, Katja Peglow, Sandra Grether und Jonas Engelmann

Donnerstag, 27. Oktober
Beginn 20.00 Uhr
Kulturclub Schon Schön
Große Bleiche 60, Mainz

DJ PatexRiot Grrrl klingt nach Aufmucken und Zähne zeigen –  und genau das war Programm der feministischen Bewegung, die in den 90er Jahren zur Revolution Girl Style aufrief. Die Forderungen waren klar: Weg mit stereotypen Frauenbildern, Diskriminierung jeglicher Art und dem reaktionären Gesellschaftssystem – her mit Autonomie, Gleichberechtigung und einem starken Netzwerk von und für Frauen.

In Deutschland konnte Riot Grrrl nicht wirklich Fuß fassen und äußerte sich höchstens als Mainstream-kompatibles Girlietum ohne Biss. Welche Spuren Riot Grrrl dennoch hinterlassen hat und wo diese pop-feministische Widerstandskultur immer noch lebendig ist, darüber diskutieren Katja Peglow und Jonas Engelmann, HerausgeberInnen von „Riot Grrrl Revisited“, mit den Musikerinnen DJ Patex und Sandra Grether, vormals bei Parole Trixi, der einzigen deutschen Riot-Grrrl-Band von Bedeutung.
Keimzelle von Riot-Grrl ist die Musikerinnenszene um Bands wie Sleater-Kinney und Bikini Kill. Zu Recht werden diese zum Abschluss des Abends von DJ Patex auf dem Plattenteller zu Gehör gebracht, bevor sie die Nacht elektronisch ausklingen lässt.

Henriette Clara Herborn
"Schwarzer Rhein"

Rheinhessen liest
Mittwoch, 2. November
Beginn 19.00 Uhr
Lomo Buchbar
Ballplatz 2
Eintritt: 5,- Euro

So haben Sie Mainz noch nicht erlebt! Mit "Schwarzer Rhein" entführt Henriette Clara Herborn in einen wilden und bedrohlichen Genremix aus Psycho- und Mystery-Thriller. Im ach so idyllischen Villenvorort Gonsenheim verschwindet eine psychisch gestörte Siebzehnjährige. Steckt der Nachbar dahinter? Und als dann noch ein Medium verpflichtet wird, scheint das Ganze endgültig aus den Fugen geraten …

Die 1978 in Mainz geborene und hier lebende Autorin verspricht neben dem Lesungspart auch Einblick in den Entstehungsprozess ihres Romans und wird mit einer Kurzvorstellung von "Die schwarze Spirale" auf den zweiten Band ihrer Mayence-Noir-Reihe Appetit machen.

Wichtig: Karten für diese wie alle weiteren Veranstaltungen im Rahmen der Veranstaltungsreihe "Rheinhessen liest" können bei der Touristik-Centrale Mainz im Vorverkauf erworben werden.

Eine Veranstaltung in Kooperation mit dem Kulturdezernat der Landeshauptstadt Mainz

Peter Henning
"Leichtes Beben"

Lesung
Dienstag, 8. November
Beginn: 20.00 Uhr
Staatstheater Mainz
Orchestersaal, Gutenbergplatz 7
Eintritt: 7,50 Euro

Peter HenningNach seinem Erfolg mit dem Familienroman „Die Ängstlichen“ legt Peter Henning im Herbst seinen neuen Roman „Leichtes Beben“ vor. Darin erzählt er von Menschen, die um den aufrechten Gang und eine Handvoll Glück ringen, auf dem schmalen Grat zwischen Hoffnung und Desillusion balancieren, im Transit leben. Dabei erinnert Hennings klug komponierter Roman an die Geschichten des großen Raymond Carver: Wie beiläufig erzählt Henning in „Leichtes Beben“ über die alltäglichen Erschütterungen des Lebens.

„Lesen Sie Peter Hennings Roman. Es ist mit Sicherheit das beste deutsche Buch in diesem Jahr.“, schrieb der „Stern“ über „Die Ängstlichen“. Eine Empfehlung, die man beruhigt auch für „Leichtes Beben“ aussprechen kann.

Eine Veranstaltung in Kooperation mit dem Staatstheater Mainz

(c) Foto: Chris Keller

Dietmar Gaumann
"Komplizen"

Rheinhessen liest
Mittwoch, 9. November
Beginn: 19.00 Uhr
Weingut Eva Vollmer
Nieder-Olmer-Straße 65
Mainz-Ebersheim

Eintritt 5,- Euro

Ein mysteriöser Anruf in der Nacht, eine späte Rache und die Suche nach einem verschwundenen Mädchen – in den Storys von Dietmar Gaumann steht nicht die Suche nach dem Täter im Vordergrund, der Autor lenkt vielmehr den Blick auf die Risse im Leben seiner Protagonisten.

Dietmar Gaumann, geboren 1969, ist im Westerwald aufgewachsen. Nach der Ausbildung zum Buchhändler studierte er Politik, Filmwissenschaft und Amerikanistik in Mainz, wo er bis heute lebt und arbeitet. "Komplizen" ist sein erster Erzählband.

Johannes Ullmaier
"Selbstgespräche mit der Macht. Erich Mühsams Tagebücher in der Festungshaft"

Vortrag
Freitag, 11. November
Beginn 20.00 Uhr
Buchhandlung Bukafski
Kurfürstenstr. 9
Eintritt: 8,- Euro, erm. 6,- Euro

Erich MühsamErich Mühsam; geboren 1878, aufgewachsen im jüdischen Großbürgertum in Lübeck, von der Schule wegen "sozialdemokratischer Umtriebe" relegiert, zunächst Arbeit als Apotheker, journalistische Arbeit für diverse anarchistische Blätter, zahlreiche Reisen, Chronist der Bohème, Kabarettist, Lohnschreiber fürs Theater, aktive Teilnahme an der Münchner Räterepublik, Festungshaft, in den 20ziger Jahren Freundschaft mit Rudolf Rocker und dem jungen Herbert Wehner, unermüdliche literarische Agitation gegen das deutsche Spießertum, im Juli 1934 von der SS-Wachmannschaft des KZ Oranienburg ermordet.

Der Literaturwissenschaftler Ullmaier wird sich im Rahmen seines Vortrags auf die Tagebücher fokussieren, die Mühsam während seiner Festungshaft in den Jahren von 1920 bis 1924 niederschrieb – ein Textkonvolut, das von den Justizbehörden mehrfach konfisziert, ausgewertet und teils öffentlich gegen seinen Verfasser verwendet wurde. Auch der Verweis auf das editorischen Großprojekts der Herausgabe der Tagebücher Mühsams darf in diesem Zusammenhang nicht fehlen. Es lässt sich – als eine der seltenen gelungen Symbiosen zwischen Buch und Internet – auch unter www.muehsam-tagebuch.de einsehen.

Peter Jackob
"´s Rahmsüppchen" und "Aus die Maus"

Rheinhessen liest
Donnerstag, 17. November
Beginn: 19.00 Uhr
Weinhaus Michel
Jakobsbergstr. 8
Mainz-Altstadt
Eintritt: 5,- Euro

Als Kriminalkommissar Schack Bekker zum Mittagstisch geht, ahnt er nicht, dass ihm eins nicht vergönnt sein wird – nämlich in Ruhe zu essen. Der Mord an einem Gast vor Bekkers Augen fordert sein kriminalistisches Können …

Peter Jackob, 1965 in Mainz geboren und promovierter Literaturwissenschaftler, stellt seine Kurzkrimis "´s Rahmsüppchen" und "Aus die Maus" vor, eine Story, die rund um den Binger Mäuseturm gruppiert ist. Spannung ist also garantiert, wenn Jackob liest, der Mitglied der Autorengruppe "Mörderisches Rheinhessen" ist.

Verleihung des Literaturförderpreis 2011 der Landeshauptstadt Mainz für junge Autorinnen und Autoren

Preisverleihung
Donnerstag, 24. November
Beginn: 20.00 Uhr
Rathaus Mainz, Ratssaal
Eintritt frei!

Jede Stimme zählt! Die Landeshauptstadt Mainz und das LiteraturBüro vergeben erneut den Literaturförderpreis für junge Autorinnen und Autoren in Höhe von 2.600 Euro.

Die drei für die Endauswahl nominierten Kandidaten präsentieren ihre Texte an diesem Abend in einer öffentlichen Lesung, danach wählt das anwesende Publikum seinen Favoriten.

Zusammen mit den Stimmen der dreiköpfigen Jury – der Kulturdezernentin Marianne Grosse, der Germanistin Dr. Sigrid Fahrer und dem Kulturjournalisten Michael Jacobs – entscheidet sich die diesjährige Vergabe des Förderpreises, wobei die Publikumsstimme bei einem Patt den Ausschlag gibt.

Der Literaturförderpreis der Landeshauptstadt Mainz wird alle zwei Jahre ausgelobt und vom Kulturdezernat und vom LiteraturBüro betreut und durchgeführt.

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Programmänderungen vorbehalten. Beachten Sie bitte auch unsere aktuellen Ankündigungen in der Tagespresse und auf der Homepage!