Lesung
Thomas von Steinaecker "Geister"
Walpoden Akademie, Neubrunnenstraße 8
Freitag, 25. September
Beginn: 20.00 Uhr
Eintritt: 8,- / erm. 5,-
Jürgen
fristet ein Leben in der Unschärfe, erfüllt mit vagen Zielen,
diffusen Gefühlen und undurchschaubaren Beziehungen. Auslöser
für diesen Zustand ist seine Schwester Ulrike, die eines Tages verschwindet.
Ständig mit dem Schmerz der Eltern und dem Interesse der Medien konfrontiert,
wird Ulrike zur Schimäre, die sein Dasein bestimmt.
Kontur gewinnt Jürgens Existenz erst, als er Post von der Zeichnerin Cordula Maas erhält, die in ihren Ute-Comics das Leben Schwester fortschreibt. Jürgen lässt sich in ein erotisches Doppelgängerspiel verstricken, das ihm die Kraft zu einer konstruktiven Lebenswende verleiht.
So wie Thomas von Steinaecker mit seiner Graphic Novel „Geister“ literarische Genregrenzen überschreitet, unterscheidet sich auch sein Vortrag von der üblichen Wasserglas-Lesung: Präsentiert wird "Geister" als multimediale Darbietung mit Lesesequenzen und Comic-Projektion.
Lesung
Wilhelm von Sternburg "Joseph Roth – Eine Biografie"
Dienstag, 13. Oktober
Beginn: 20.00 Uhr
Antiquariat am Ballplatz
Ballplatz 5b
Eintritt: 8,- / erm. 5,-
Er
war einer der herausragenden Journalisten und Romanciers der Weimarer Republik,
Jude mit Neigung zum Katholizismus, Sozialist und Verehrer der Habsburgmonarchie.
Joseph Roth, der vor siebzig Jahren als einsamer Trinker im Pariser Exil
starb, lebte ein Leben voller Widersprüche und schuf dabei Meisterwerke
wie „Radetzkymarsch“ oder „Hiob“.
Wilhelm von Sternburg zeichnet dieses Leben in „Joseph Roth – Eine Biografie“ faktenreich und fesselnd nach. Er erzählt von der Kindheit des Schriftstellers in Galizien, Roths Aufstieg zum erfolgreichen Autor der Weimarer Republik, dem publizistischen Kampf gegen die Nazis und den bitteren, letzten Jahren in der Emigration. Dabei verknüpft er Leben und Werk Roths auf kongeniale Weise mit dem zeitgeschichtlichen Hintergrund dieser Epoche. Von Sternburgs Lebensbeschreibung lädt ein, den österreichischen Schriftsteller neu oder wieder zu entdecken – Gelegenheit dazu bietet sich am 13. Oktober, wenn Wilhelm von Sternburg die Biografie auf Einladung des LiteraturBüro im Antiquariat am Ballplatz vorstellt.
Eine Veranstaltung in Kooperation mit dem Antiquariat am Ballplatz
Lesung
Dienstag, 20. Oktober
Beginn: 20.00
Frankfurter Hof
Augustinerstr. 55
Eintritt: 11,- VVK, 13,- AK
Dem österreichischen
Autor Wolf Haas ist mit seinen Brenner-Romanen zweifellos was ganz rares
gelungen: Er überführt den eher brav-tristen deutschsprachigen
Krimi mittels stilistischer Artistik und ungehemmter Reflektionsfreude
in die "richtige" Literatur und setzt sich mit seinen Werken
sowohl in den Besten- als auch den Bestsellerlisten fest. (Gerade letzteres
freilich flankiert von den nicht minder genialen Verfilmungen mit Josef
Hader in der Hauptrolle.) Im neusten Fall, "Der Brenner und der liebe
Gott", geht es für den Helden zunächst gemütlich zu,
endlich hat er eine Festanstellung gefunden, die ihm behagt: als Privatchauffeur
für ein Töchterchen aus bestem Hause. Aber natürlich ist
Brenners Seelen- und Arbeitsfrieden nicht von Dauer, gleich sieben Mal
werden bald die Totenglocken läuten …
Eines der Lesungshighlights des Jahres: Wolf Haas im Rahmen seiner seltenen Lesetouren in Mainz! Ungekürzt und in voller Länge!
Eine Veranstaltung in Kooperation mit dem Unterhaus und dem Frankfurter Hof
Lesung
Pieke Biermann
"Der Asphalt unter Berlin – Kriminalreportagen aus der Metropole"
Dienstag, 27. Oktober,
Beginn: 20.00 Uhr
Flaschenladen
Kurfürstenstr. 23,
Eintritt: 8,-/ erm. 5,-
Wer
kennt sie nicht, die Polizeikurzmeldungen in der Zeitung. Dass sich hinter
den Dreizeilern in nüchternem Amtsdeutsch Schicksale verbergen, vergisst
man beim Überfliegen der Nachrichten leicht. Pieke Biermann begibt
sich in ihren Kriminalreportagen auf die Spurensuche nach den Menschen,
die mit alltäglichen Kriminalfällen in Berührung gekommen
sind. Zu Wort kommen Opfer und Angehörige sowie Kriminalbeamte, Feuerwehrleute
und Psychologen.
Biermanns Reportagen beziehen dabei eine klare Position: Kriminalität
reflektiert auch immer die Gesellschaft, in der sie entsteht. Der ökonomische
Dampfdrucktopf befeuert durch soziale Kälte, verfehlte Integrationspolitik
und die Angst „in’n Hartz jeschickt zu werden“ bildet
das Fundament für Verbrechen im großen wie im kleinen Stil.
Pieke Biermann, geboren 1950, lebt als Schriftstellerin und Übersetzerin in Berlin. Ihre Kriminalromane wurden mehrfach mit dem „Deutschen Krimipreis“ ausgezeichnet. Zu ihren Veröffentlichungen gehören unter anderem: Vier, Fünf, Sechs (1997), Herta & Doris (2002), Gojisch gesehen: Feuilletons (2004).
Lesung
Mittwoch, 28. Oktober
Beginn: 20.00 Uhr
Antiquariat am Ballplatz
Am Ballplatz 5b
Eintritt: 8,- / 5,- erm.
Die
Achtziger Jahre in der Literatur: wild, urban, gefährlich – Anti-AKW,
Hausbesetzung, Punk und RAF. Aber wie fühlte sich dieses Jahrzehnt
in Mainz an? Zumal aus der Sicht einer Schülerin auf einem katholischen
Mädchengymnasium? Genau davon erzählt der Roman "Rosa Gott,
wir loben dich" der 1966 geborenen Autorin Ruth Johanna Benrath. Aber
nicht nur das Zeit- und Lokalkolorit wird hier beschworen - auch die Suche
einer jungen Frau nach Sinn und Zweck wird in diesem außergewöhnlichen
Romandebüt eindrucksvoll geschildert.
Ruth Johanna Benrath hat im September 2009 einen der Martha-Saalfeld Förderpreise des Landes Rheinland-Pfalz verliehen bekommen.
Lesung
Donnerstag, 12. November
Beginn: 19.00 Uhr
Weinhaus Bluhm
Badergasse 1
Eintritt: 5,-
Sie
schreibt Krimis, aber nicht nur. Henriette Clara Herborn, die aktuelle
Trägerin des Literaturförderpreises der Landeshauptstadt Mainz,
ist in vielen literarischen Gattungen und Genres zu Hause; sie weiß ihre
Geschichten aber immer mit einer gehörigen Portion Spannung und genau
der richtigen Dosis Humor anzureichern.
Ganz der Örtlichkeit, dem Weinhaus Bluhm, angemessen, wird sie dem
Lokalkolorit als gebürtige Mainzerin gehörig Tribut zollen, aber
auch Aktuelles aus ihrer Produktion zu Gehör bringen.
Natürlich wird auch andernorts die bewährte Symbiose Literatur und Wein zelebriert – mehr Infos hierzu in Bälde.
Eine Veranstaltung im Rahmen von Rheinhessen liest mit freundlicher Unterstützung
des Kulturdezernats der Landeshauptstadt Mainz und des Weinhaus Bluhm
Lesung
Samstag, 14. November
Beginn: 20.00 Uhr
Hafeneck
Frauenlobstr. 93
Eintritt: 8,- / 5,- erm.
Ob
Sie es glauben oder nicht: Die DDR hat es wirklich gegeben! (ob nun mit
oder ohne Anführungszeichen.) Und ob Sie es glauben oder nicht: Rayk
Wieland ist mit seinem Roman "Ich schlage vor, dass wir uns küssen" das
wahrscheinlich unterhaltsamste Buch zur Zwanzig-Jahre-Mauerfall-Thematik
gelungen, die andernorts zwischen gewollt staatstragend, medial überstrapaziert
und dumpf ostalgisch-nostalgisch die Agenda bestimmt. Eine fiktive Autorengruppe,
eine deutsch-deutsche Liebschaft, die Gauck-Behörde und natürlich
das MfS spielen in dem literarischen Debüt des visierten Journalisten
Rayk Wieland tragende Rollen – welche historische Bedeutung hingegen
der Mauerfall hatte bzw. ob dieser überhaupt so stattgefunden hat,
bleibt bis zum schönen Ende hier offen.
Rayk Wieland, geboren 1965, lernte Elektriker, studierte Philosophie, Mitarbeiter der Titanic, war Zeitungs-, Funk- und Fernsehredakteur und lebt als Autor und TV-Journalist in einem kleinen bei Hamburg unweit des ehemaligen Grenzstreifens.
Eine Veranstaltung mit freundlicher Unterstützung des Hafenecks
Preisverleihung
Donnerstag, 26. November
Beginn: 20.00 Uhr
Rathaus Mainz
Ratssaal
Eintritt frei!
Jede Stimme zählt! Die Landeshaupstadt Mainz und das LiteraturBüro Mainz e.V. vergeben erneut den Literaturförderpreis für junge AutorInnen in Höhe von 2.600 Euro.
Die drei für die Endauswahl nominierten KandidatInnen präsentieren ihre Texte an diesem Abend in einer öffentlichen Lesung, danach wählt das anwesende Publikum seinen Favoriten.
Zusammen mit den Stimmen der dreiköpfigen Endjury – der Germanistin Dr. Sigrid Fahrer, dem Kulturjournalisten Michael Jacobs und dem Kulturdezernenten der Landeshauptstadt Mainz Peter Krawietz – entscheidet sich die diesjährige Vergabe des Förderpreises, wobei die Publikumsstimme bei einem Patt den Ausschlag gibt.
Rezitation
Mittwoch, 02. Dezember
Beginn: 20.00 Uhr
Walpodenakademie
Neubrunnenstr. 8
Eintritt: 5,- / erm. 3,-
Seit mittlerweile 29 Jahren stillt das Mainzer Kulturtelefon den kleinen literarischen Hunger zwischendurch: Unter 06131-693944 werden rund um die Uhr Lesehäppchen zum Ortstarif gereicht, von Lyrik zu Prosa, von Krimi zu Kinderbuch, von regionalen Berühmtheiten zu Klassikern der Weltliteratur. Das neue Programm startet am 1. Dezember und hält u.a. Kurzlesungen bereit.
Vorgestellt wird das neue Programm bei einem Abend mit Telefonliteratur. Das Telefon hat schon früh seinen Weg in die Literatur gefunden: Schriftstellergrößen wie Marcel Proust und Franz Kafka haben dem Fernsprechapparat in ihren Werken ein Denkmal gesetzt. Zwei Schauspieler des Staatstheaters Mainz werden diese und andere Telefontexte zu Gehör bringen. Schenken Sie uns ein Ohr wenn es mit Karl Valentin heißt "Hörst du mi denn aa, wenn i nix red?".
Multimediale Lesung
Samstag, 05. Dezember
Beginn: 20.00 Uhr
Walpodenakademie
Neubrunnenstr. 8
Eintritt: 8,- / 5,- erm.
Vorbei
die Zeiten, als einem die korrekte Schreibweise des Wortes "Queer" noch
als Fehler angestrichen wurde. Vorbei auch die Zeiten, als gerade die Besten
einer Generation sich in das brandgefährliche Experiment des bewaffneten
Kampfes stürzten, um die alte Ordnung finit aus den Angeln zu heben.
Der in Mainz lebende Autor und Publizist Martin Büsser spielt in seiner
Graphic Novel "Der Junge von nebenan" jedoch ausdrücklich
nicht individuelle Nebenwidersprüche (Geschlechterfragen) gegen gesellschaftliche
Hauptwiderspüche (die Revolution – bzw. ihr Scheitern) aus,
sondern verschmilzt beides zu einem außergewöhnlichen Entwicklungsroman,
bei dem sich Text und Zeichnung, Underground- und Mainstream-Diskurse auf
das Schönste vermischen.
Angereichert mit Bild- und Toneinspielungen wird der Autor exklusiv sein im Verbrecher Verlag Berlin erschienenes Buch für die hiesige Büsser-Gemeinde präsentieren.
Lesung
Donnerstag, 18. Februar
Beginn: 20.00 Uhr
Antiquariat am Ballplatz,
Ballplatz 5b
Eintritt: 8,- / erm. 5,-
"Oktober
und wer wir selbst sind" ist ein weiterer Teil von Peter Kurzecks
großer autobiografisch-poetischer Chronik seines Bemühens gegen
das Verstreichen der Zeit anzuerzählen.
Angelangt im Jahr 1983, kreist der vierte Band um das Leben mit Kind in
Frankfurt und den Versuch, sich ohne die Absicherung eines Brotberufs dem
Schreiben zu widmen. Der Strom aus Erinnerungen, Gedanken, Reflexionen
und minutiösen Alltagsbeobachtungen entwickelt durch seine rhythmische
Sprache eine enorme Sogkraft.
"Wieder ein Jahr und kein Sommer gewesen. Und müd heim am Abend. Wie im Schlaf ein paar Jahre. Und dann einmal kommst du hierher. In Eile, in Gedanken woanders. In der dritten Person. In Gedanken, wo weiß ich auch nicht. Du kommst und mußt stehenbleiben. Die richtige Straßenecke. Warm ist es. Alles leuchtet. Ist also doch wieder Sommer geworden."
Peter Kurzeck ist 1943 in Böhmen geboren. Er wuchs in Staufenberg bei Gießen auf und wohnt heute in Frankfurt und Südfrankreich. Sein Werk wurde mit zahlreichen Auszeichnungen bedacht u.a. dem Joseph-Breitbach-Preis. Zu seinen letzten Veröffentlichungen gehören "Oktober und wer wir selbst sind" (2007), "Ein Sommer, der bleibt. Peter Kurzeck erzählt das Dorf seiner Kindheit" (4 CDs 2007) und "Peter Kurzeck liest aus 'Kein Frühling'" 2007 (4 CDs 2007).
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