Lesung
Leipzig liest in Mainz
Hannes Becker, Wolfram Lotz und Sascha Macht
Freitag, 9. April
Beginn: 20.00 Uhr
Antiquariat am Ballplatz
Am Ballplatz 5b, Mainz
Eintritt: 3,- €
Sind akademische "Schreibschulen" wie das Deutsche Literaturinstitut
in Leipzig Segen oder Fluch für die Gegenwartsliteratur?
Wir prüfen es nach, in einer Lesung und im Gespräch mit drei Institutsautoren:
Hannes Becker, Wolfram Lotz und Sascha Macht. Die drei "Leipziger"
schreiben Prosa, Lyrik, Dramatisches und Essays. Ihre Texte sind u.a. in
Zeitschriften wie Neue Rundschau und EDIT erschienen. In Mainz stellen sie
aktuelle Arbeiten vor und sprechen und diskutieren mit Simone Schröder
und A.M. Widmann vom Kulturheft elephant.
Eine Veranstaltung in Kooperation mit dem Kulturheft elephant.
Lesung und Musik
Vincent Klink und Patrick Bebelaar
"Sitting Küchenbull"
Montag, 12. April
Beginn: 20.00 Uhr
Frankfurter Hof,
Augustinerstr. 55
Eintritt: 14,- € (VVK), 17,- € (AK)
Ein
Spitzenkoch mit literarischen Ambitionen, die weit über die besonders
lyrische Abfassung von Rezepten hinausgehen: Vincent Klink, der wohl einzige
auch in den Medien omnipräsente Koch, dessen Einsatz vor der TV-Gemeinde
verdienstvoll genannt werden darf. Gemeinsam mit Wiglaf Droste ist er Herausgeber
der literarisch-kulinarischen Kampfschrift "Häuptling eigener
Herd". In seiner jüngst erschienenen Autobiografie "Sitting
Küchenbull" schließt Klink demgemäß den Kreis
zwischen dem Küchenmief der fünfziger Jahre und seiner ganz eigenen
Passion für eine gegen den Strich gebügelte Literatur und Musik.
Begleitet wird Meister Klink von Patrick Bebelaar, der zweifelsfrei zu Deutschlands renommiertesten Pianisten von Klassik bis Jazz zählt. Das Resultat der Zusammenarbeit nennen die beiden "Musikalische Erzählungen", die freilich zuvorderst dem Lukullischen huldigen.
Eine Veranstaltung in Kooperation mit dem Frankfurter Hof
Lesung
Crauss
"Motorradheld"
Freitag, 23. April
Beginn: 20.00 Uhr
Walpodenakademie,
Neubrunnenstr. 8
Eintritt: 6,- €, 4,- € (erm.)
„Motorradheld“
versammelt verrückte Stories und melancholische Jugenderinnerungen
– so huldigt Crauss in der Titelgeschichte seines Prosadebüts
dem US-Stuntman Evel Knievel, der in den siebziger Jahren so populär
war, dass eine Spielzeugfirma ihn als Plastikfigur auf den Markt brachte.
Auch andere Legenden dieser Dekade tauchen in „Motorradheld“
auf: so unter anderem James Last, der Meister des Easy Swing, oder die Soul-Legende
Isaac Hayes. In all diesen Geschichten erweist sich Crauss als fabulierfreudiger
und umwerfend komischer Erzähler mit einer Vorliebe für Beat,
Pop und Pornografie.
Crauss wurde 1971 in Siegen geboren und lebt dort. Nach dem Literaturstudium war und ist er als Dozent für Kreatives Schreiben, Museumstänzer, Werbetexter und Postsortierer tätig. Sein Werk umfasst Lyrik, Kurzprosa, Aufsätze, Copy Art und Kunstaktionen. Zuletzt erschienen „Crausstrophobie. Texte und Remixes“ und „Alles über Ruth. Gedichte“. Neben zahlreichen Preisen für seine literarischen Arbeiten erhielt er für 2010 ein Stipendium im Schriftstellerhaus Ventspils/Lettland. (Foto: marvellous)
Literatur "Ohne Grenzen": Ganz dem Motto des Kultursommers Rheinland-Pfalz
2010 verpflichtet, bieten wir vier Abende bzw. Nächte literarische
Veranstaltungen, die um Film, Kunst, Musik, Performance ergänzt werden
– die "Mischung" macht das Festival.
Kartenreservierungen nehmen wir online unter info@literaturbuero-rlp.de
entgegen, an der Kasse des Capitols können darüber hinaus Karten
im Vorverkauf bezogen werden.
"Mischen Possible" ist eine Veranstaltungsreihe im Rahmen des Kultursommers Rheinland-Pfalz 2010, Ohne Grenzen, in Kooperation mit dem Kulturdezernat der Landeshauptstadt Mainz und in Medienkooperation mit der Allgemeinen Zeitung Mainz.





Lesung und Musik
Jürgen Teipel
"Ich weiß nicht"
und Soundforscher Jens Raschke
Freitag, 7. Mai
Beginn: 20.00 Uhr
Capitol, Neubrunnenstraße 8
Eintritt: 6,- € (VVK), 8,- € (AK)
Mit
dem Doku-Roman "Verschwende deine Jugend" hat Jürgen Teipel
Rückschau auf New Wave made in Germany gehalten – und ganz nebenbei
ein großartiges Sittenbild der frühen achtziger Jahre gezeichnet
–, mit "Ich weiß nicht" beleuchtet er Techno und schreibt
sich in die Mentalitätsgeschichte der Neunziger ein: Im Auftrag des
Goethe-Instituts reisen drei deutsche DJs durch Mexiko, zwischen Uni-Vorträgen,
Auflegen für die Techno-Gemeinde und Drogenexperimenten versuchen die
Protagonisten losgelöst von der Profanität des Alltags herauszufinden,
was eigentlich die magischen Momente des Lebens sind.
Ein ähnliches Unterfangen treibt auch den Soundforscher Jens Raschke
um, nur dass er sich bei seiner Suche auf das Abseitigste spezialisiert
hat, was jemals auf Tonträger gebannt wurde – irrwitzige Ego-Shooter,
unfreiwillige Komik von der B-Prominenz, überambitionierte Hausfrauen
etc. Dank Raschkes kundiger Einführungen in diese "musikalischen
Höchstleistungen" wird eine Welt ruchbar, wie sie andersartiger
nicht sein könnte ... MC Teipel und DJ Raschke –ein Abend in
Mission Musik. (Foto: Sigrid Harder)


Poetry Slam, Konzert, Tanzvergnügen
Ü18-Eros-Slam, Nerdsmasher
und "Burn After Reading"
Samstag, 8. Mai
Beginn: 20.00 Uhr
Bluepoint,
Frauenlobstr. 14
Eintritt: 8,- €, 6,- € (erm.)
Mission Ohne Tabus und Premiere für Mainz: Ein Poetry Slam zum Themenfeld Erotik, Sex und Libido. Sechs Slammer/Innen mit jeweils sechs Minuten Text, die sich sechs Punktrichtern aus dem Publikum stellen. Das alles in den passgenauen Räumlichkeiten des Bluepoints, das an diesem Abend für alle die Pforten öffnet. Anschließend die Allstar-Band Nerdsmasher mit Electro-Garage in Wahlverwandtschaft mit den Goldenen Zitronen und "Burn After Reading", das Tanzvergnügen bis weit in den Morgen.



Konzert und Text-Performance
Phoebe Kreutz und Huelstrunk/Brandstifter
Sonntag, 9. Mai
Beginn: 20.00 Uhr
Walpodenakademie,
Neubrunnenstr. 8
Eintritt: 7,- €, 5,- € (erm.)
Mission
New York: Phoebe Kreutz, die als Puppenbeauftragte der Sesame Street den
Emmy bekam, kann in ihrer Freizeit ganz anders: Die Anti-Folk-Künstlerin
mischt gnadenlos frech klassische Songwriter-Strukuren a la Joan Baez mit
subversiver Comedy. Aber damit nicht genug Big Apple: Das von dem Soundpoeten
Dirk Huelstrunk und dem Performance-Künstler Brandstifter in New York
entwickelte Programm "Antibodies/Antikörper" beinhaltet Text,
Bild, Sound und geht der Frage nach dem Wesen unserer Spezies nach.


Lesung und Film
Rocko Schamoni
Mittwoch, 1. September (Nachholtermin)
Beginn: 20.00 Uhr
Capitol
Neubrunnenstr. 9
Eintritt: 12,- € (VVK) 15,- € (AK)
Er
war Popstar, Szene-Kneipier, Schauspieler und Filmemacher. Und natürlich
der erste Punk von Schleswig-Holstein. Mit "Risiko des Ruhms"
legte er den Schlüsselroman über die Hamburger Bohème vor,
der bereits jetzt von Literaturwissenschaftlern in diversen Großprojekten
dechiffriert wird. Mit "Dorfpunks" schrieb er sich seine viel
zu fröhliche Jugend von der Seele, und mit "Sternstunden der Bedeutungslosigkeit"
therapierte er gleich die halbe Bundesrepublik.
Da Schamoni als Musiker/Sänger definitiv nicht mehr auftritt, und als
Vorlesender nur noch bis zur Einführung des totalen Rauchverbots, bietet
sich hier wahrscheinlich eine der letzten Gelegenheiten, den Grandseigneur
des hanseatischen Anderssein live zu erleben.
Und da man sowieso schon im Kino ist, wird im Anschluss an Lesung und Signier-Orgie
ein Potpourri von Schamonis "Rollo Aller"-Filmen zu sehen sein,
in denen sich das einschlägige Pop-Prekariat punktgenau zwischen Oscar
und Goldener Himbeere cineastisch verewigt hat. Das Filmprogramm ist im
Eintrittspreis erhalten.


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