Dann schluckte sie die Pille.
Seit dem sie die Pille nahm, hatte sie keine Pickel mehr. Seit dem sie die
Pille nahm, mußte sie auf ihr Gewicht achten. Seit dem sie die Pille
nahm, klemmte ihr Orgasmus.
Dann nahm sie das Gewehr und zielte.
Getroffen!
Sie legte das Gewehr zurück auf den Tresen. Wieder nur eine Schießbudenfigur.
Dann hielt er ihr die Türe auf.
Sie dachte: Wenn du mich dafür nachher gut vögelst, bitte sehr.
Dann Berlin, dann New York.
Wer aus dem Dorf kommt, an dem klebt der Gestank des Kuhstalls, egal wohin
er geht.
Berlin! New York! Tokyo!
Dann fand ich mich wieder einmal am Bahngleis.
Langsame, schnelle Menschen. Manche rauchen, manche nicht.
Ich hatte Lust, jemandem zu begegnen, der mein Leben verändert.
He, Du, verändere mich! Ja, Du, siehst gerade so aus.
Dann erwachte er.
Gleichzeitig mit der Gasflamme in der Heizungsanlage, die sich automatisch
entzündet.
Dann gehe ich nach Hause.
Abends sehe ich gerne durch die erleuchteten Fenster.
Wie leben die Leute? Ob sie die Kunst schätzen? Sitzt man beisammen
zu Tisch?
Vergammelt einer hinter seinem Bildschirm?
Wie sie nur alle ihre Nachkriegshäuschen aufgerüstet haben.
Dann erinnerte sie sich an Niki de Saint-Phalle.
Sie war mit ihren Schüssen berühmt geworden.
Und Nico hatte sich selbst welche gesetzt.
Dann nannte er mich im Radio einen wildgewordenen Chaoten.
Ich durfte ihn nicht Faschist nennen.
Links, zwo, drei, vier.
Dann saß ich im Bus.
Er und ich blickten auf die pubertierenden Kinder neben uns, die sich an
den Haaren zerrten und kreischten. Wir unterhielten uns ohne Worte. Er war
schwarz. An seine Haare kann ich mich nicht erinnern. Er trug eine braunkarierte
Schiebermütze. In seinen Zügen lag eine tiefe Noblesse, die ihn
über all die anderen, die mit uns fuhren, erhob.
a) Eigentlich wollte ich mit ihm aussteigen, aber ich kam nicht auf die
Idee.
b) Wir stiegen zusammen aus dem Bus, er links, ich rechts vom Geländer,
ich bemerkte noch, wie er kurz zurückwich, um mich nicht zu stoßen.
Ich ging schneller als die anderen und sang dabei ein Lied. Ich wußte,
daß er es liebte, Frauen singen zu hören und war deshalb froh,
ihm nicht zu begegnen.
Dann nahm sie einen Stift.
Dampfende Körper legen sich nieder die Nacht zu durchruhen die Nacht
zu durchwachen mit einem Körper dessen sie sich bedienen im Dunklen
bei Neonlicht in der Fabrik wo Maschinen die Luft aufheizen gebrochen trägt
man sein Genick nach Hause Tag für Tag um es bald in der Erde zu vergraben
zu entsorgen ob das wohl nur Zinsen sind die da Deutschland funktionieren
lassen ohne Scheuklappen das Haus nicht verlassen Waschen muß gelernt
sein wer überleben will jungen Enten stutzt man schließlich auch
die Flügel heute gibt es Schweinefleisch.
Dann wachte sie auf und rief:
Sind wir denn hier im Altenheim?
Komm schon, Junge, Morgengymnastik muß sein!
Dann plötzlich eine Vollbremsung.
Die Zeit wird kommen, in der man einfach weiterfährt, wenn jemand sich
aufs Gleis gelegt hat.
Dann beschäftigte er sich mit Autorinnen.
Warum sind Frauen nie genial?
Weil sie immer die Strickanleitung mitliefern. Ihnen geht es in erster Linie
ums Verstandenwerden.
Dann war es aus.
Er warf ihre Liebe in den Mülleimer und ging weiter.
Dann war sie müde.
Der Mond küßte sie durchs Fenster, sie winkte den Sternen.
Dann war er sehr erregt.
Seine Barthaare stachen mich. Sein Atem ging schnell.
Dann dachte sie an die Produktion.
a) Frauen schreiben schlechter als Männer. Weil sie weniger wichsen.
Und warum?
Weil die Playgirl-Hefte nichts taugen.
b) Die Forderungen der Emanzipation gekreuzt mit den Wünschen der Männer,
das ist die moderne Frau.
c) In der nächsten Talkshow würde sie Verona den Kopf waschen.
Dann klingelte das Telephon.
Sein Vater. Sie zog sich etwas über und ging in die Küche. Im
Radio lief Lalala.
Dann zerlegte sie ihren Namen in einzelne Buchstaben.
Sollte sie selber sehen, wer sie ihr wieder zusammensammelt.
Dann rollte er im Taxi durch die Stadt.
Es ist alles eine Frage der Zeit: Die einen werden den ganzen Blödsinn
schon im Kindesalter los, die anderen werden nie vernünftig, weil das
Leben zu kurz ist.
Dann beobachtete er die Reisegruppe im Zug.
Wer hat mehr vom Urlaub an der See, sie, oder er, wenn er davon träumt?
Dann lief sie im Minikleid über den Domplatz.
Eine ältere Frau zischte ihr hinterher: Na die hats nötig!
Sie dachte nur, ja, ich habs nötig.
Dann gibt es nur noch Menschen, die schreiben.
Alle wollen gelesen werden.
Dann fahre ich die Rheinallee entlang.
Mein Schatten überholt mich – einmal, zweimal, dreimal.
Dann sagte er nichts mehr.
Die Sterne waren zu weit weg, als daß er sie ihr hätte pflücken
können.
Was wollte sie nur?
Dann bekam sie Hunger.
Ein Kreppel ohne Füllung. Biß für Biß eine Enttäuschung.
Dann quatschte sie einer an:
Hey, du bist doch die Freundin von der Sandra.
Kurzhaarfrisur, kam es ihr in den Sinn. Sie blieb vor einem Schaufenster
stehen, betrachtete sich aufmerksam darin und ging dann schnell weiter.
Dann lächelte er.
Du bist doch der Dichter, also laß dir was einfallen.
Dann sehe ich zum dritten Mal diese Leuchtreklame.
Zwei Frauen, leicht bekleidet, stehen herum und rauchen. Dünn wie Finger,
aber Titten wie Melonen.
Mir bleibt
a) die Reklame eintreten.
b) in der Nacht KÖRPERFASCHISMUS draufsprühen.
c) einen zornigen Artikel schreiben.
d) nach Hause gehen und meinen Mann (stellvertretend für das Patriarchat)
zur Sau machen.
e) Punk hören: They’ll teach her how to cook. Teach her how to
look. Poor little sweety, poor little filly, They’ll fuck her mind
so they can fuck her silly.
f) meinen Busen vergrößern lassen.
Dann ist da noch das Schaf, das interviewt wird.
Seine Herde liegt berauscht im Klee. Immer muß ich denen hinterher
trampeln. Dabei sind die völlig neben der Spur, klagt es.
Dann war es halb sieben, wie jeden Tag um diese Zeit.
Dann klingelte der Wecker.
Dann das Handy.
Jeden Tag du.
Dann regnete es DDT in meinem Bauch.
Dann unterhielten sie sich über den Polanski-Film.
Ist er bei dir auch aus dem Fenster gesprungen?
Hätte sich ja mal was anderes einfallen lassen können.
Dann gewinne ich den Preis.
Dann ficke ich mit Unseld.
Dann bin ich bei Suhrkamp.
So einfach ist das für Frauen.
Junge, schöne.