Andreas
Noga, geboren 1968 in Koblenz, lebt seit 1999 in Alsbach (Westerwald).
Lyrikredakteur der Zeitschrift "Federwelt". Freier Mitarbeiter
der Lyrikzeitschrift "Faltblatt". Schreibt Lyrik, Rezensionen,
poetologische Essays, Kurzprosa und hält Lesungen. Zahlreiche Veröffentlichungen
in Kalendern, Zeitungen, Zeitschriften, Anthologien und im Internet. Mitglied
im "Verband deutscher Schriftsteller (VS)" und im "Bundesverband
junger Autorinnen und Autoren (BVjA)". Drei Einzeltitel: "Hinter
den Schläfen", Gedichte, edition bauwagen, Itzehoe 2000, "Nacht
Schicht", Gedichte, Edition YE, Sistig / Eifel 2004 und "Bernsteinäugiges
Fellchen", Rhein-Mosel-Verlag, Alf / Mosel 2007.
Die Gedichte sind dem Band "Bernsteinäugiges Fellchen" entnommen.
das dunkel lösen
wir laufen dem tag nach der errötet
am horizont verschwindet
als schäme er sich für die nacht
die über das land kommt
wie ein unlöschbares feuer
doch wir sind zu langsam
und knicken ein in den schatten
der uns von hinten die kniekehlen
beugt mit gezieltem schlag
während der himmel die bäume
durchleuchtet bis sie schwarz werden
und mit der finsternis verwachsen
schließlich geben wir es auf
das licht das uns schon so weit voraus ist
daß wir es in einem anderen land vermuten
im haus sind uns die lampen ersatz
mit denen wir die stunden etwas aufhellen
bevor wir zu bett gehen
und darauf warten daß der morgen
die dunkelheit löst
wie ein ihm altbekanntes rätsel
ablagern
im papierkorb reisen
durch die eigene geschichte
auf dem weg nach unten
immer tiefer
durch die zeitalter
der wochen
ins tagebuch der verneinung
in dem ich mich finde
als vergessne notiz
angespül
ich träume von einem vogel
der mir im schlaf über die hand
hüpft auf meinem finger
sitzt in einer flasche
schläft eine längst vergessene
post aus unlesbarer dimension
absender unbekannt
oder unbekannt verzogen
rot sehen
abendrot
aus dem atemlosen
kehlchen
nach dem vampirbiß
des bernsteinäugigen
fellchens
das sich im jagen übte
dann am fenster lag
im blutlicht
der sinkenden sonne
kalte liebe
deine schritte verwunden den schnee
verwundert liegt er und schaut
dir nach seltsam berührt
du hast eindruck hinterlassen
zwischen auto und haus
wo du ihn abstreifst
einfach liegen läßt
auf der matte
er soll draußen bleiben
wo er hingehört
die verletzungen mit neuschnee füllen
und auf eine andere warten
der er unschuld beteuern kann
entfernung
als sie starb
ging sie ihm für immer
aus dem weg
ein ausweg
durch eine landschaft
in die er
ihr nicht folgen sollte
deren eindrücke
sie für sich
behalten wollte
für den rest
seines lebens