Sigfrid
Gauch, Verena Mahlow, Eva Zang (Hrsg.)
Auf Augenhöhe
Jahrbuch für Literatur 9
296 S., 19,90 €
ISBN 3-86099-494-8
"Bisher waren die Bände der Reihe ausschließlich der rheinland-pfälzischen Literatur gewidmet. Der jetzige Band sprengt Grenzen insofern, als er einen Querschnitt zeitgenössischer Texte - Prosa, Lyrik, Essays, von überall her enthält ..." (Die Rheinpfalz)
Das neunte Exemplar der Jahrbücher für Literatur zeigt erneut, was Rheinland-Pfalz
literarisch zu bieten hat: 38 Autorinnen und Autoren, renommierte Namen
neben hoffnungsvollen Newcomern, präsentieren eine lebendige und abwechslungsreiche
Palette der Gegenwartsliteratur.
Und zum ersten Mal seit dem Bestehen kommen nicht nur die besten Texte der
einheimischen Schriftsteller zusammen; das neunte Jahrbuch für Literatur überschreitet
die Grenzen des Bundeslandes und gibt einen farbigen Querschnitt zeitgenössischer
Literatur in Form von Prosa, Lyrik und Essay.
Die in diesem Jahrbuch aufgenommenen Texte zeigen die Welt auf Augenhöhe: die eigene Welt, aber auch andere Welten, Nahes und Fernes, sinnlich erlebte Welten, die der Neugierige betreten kann und zugleich öffnen sie auch die Augen des Lesers: Es enthält Gedichte des israelischen Lyrikers Asher Reich, neue Prosaminiaturen der aus Rumänien stammenden Autorin Herta Müller und Erinnerung an seine Studentenzeit des charismatischen Schauspielers Mario Adorf, der in der Eifel aufgewachsen ist und abwechselnd in Paris und Rom lebt.
Viele Texte setzen sich mit individuellen Befindlichkeiten auseinander.
Im Zentrum steht das Ich: beunruhigt, ständig auf der Suche nach sich selbst,
immer auch ein wenig rebellisch gegenüber den Zwängen der Welt: David Wagner,
der Georg-K.-Glaser-Preisträger 2001, beschreibt scheinbar kühl und distanziert
eine vergangene Liebesgeschichte voller Melancholie. Ironisch hingegen
stellt Ulrike Schuster ihre Protagonistin vor, ärmlich lebend und zugleich
aufmüpfig von ihrem heroischen Wesen überzeugt. Mischa Bach, die Martha-Saalfeld-Preisträgerin
2001, erzählt die packende Kriminalgeschichte einer modernen Ophelia und
ihres Hamlets aus ihrem Roman "Der Tod ist ein langer, trüber Fluss".
Das Miteinander, niemals konfliktfrei geschildert, aber voller Sehnsucht nach
Harmonie und dennoch häufig scheiternd, ist ein weiteres bestimmendes Thema:
Christoph Peters gibt in seinen "Miniaturen" knappe und präzise Einblicke
in das, was hinter der Fassade des Alltäglichen das Zusammensein ausmacht.
Die Sehnsucht der Schriftsteller nach Gegenwelten kommt bei Gabriele Weingartner,
der Preisträgerin des Aspekte-Literaturpreises Zsuzsa Bánk und Krystyna Kuhn
zum Ausdruck: Venedig, Australien und Krakau liegt für den Leser nur einige
Stationen entfernt auf der Gedankenreise durch diese Texte.
Die Beiträge dieses Jahrbuchs sind so verschiedenartig wie ihre Verfasser und entführen uns in eine andere Welt, verführen uns und können uns betören und stärken, wie ein Zaubertrank. Davon mögen sich die Leserinnen und Leser selbst überzeugen.
Texte von folgenden Autor/innen des Jahrbuchs 9 können Sie bei uns lesen: Annegret Held, Carlo De Luxe, Verena Mahlow, Norman Ohler, Arno Reinfrank, Artur Schütt, David Wagner