Donnerstag, 8. Dezember, 19.00 Uhr
Buchhandlung Bukafski, Kurfürstenstr. 9, 55118 Mainz Termin im iCal-Format
Eintritt: 9,- Euro, / 7,- Euro erm.
Wo sind wir, wenn wir reisen? David Wagner, ausgezeichnet mit dem Preis der Leipziger Buchmesse für sein Buch „Leben“, schreibt in seinem neuen Buch über Hotelzimmer, wie jeder sie kennt und so noch nie gesehen hat.
Ein Mann reist von Stadt zu Stadt, quer durch Deutschland und Europa bis nach China und in den Iran, aber Augen hat er immer nur für das: Hotelzimmer. Er kann sich nicht sattsehen an ihnen, bestaunt mit nie erlahmender Neugier, was es da alles gibt und was dort fehlt. David Wagner, Meister der poetischen Alltagsbeobachtung und immer wieder gerühmt für seine Beschreibungskunst bei höchster stilistischer Eleganz, nimmt uns mit in mehr als einhundert Hotelzimmer. Ein Buch für alle, die unterwegs sind oder anderen eine Bleibe geben. Eine aufregende, anregende Reise der Wahrnehmung von lauter Sensationen des Gewöhnlichen – eine Schule des Sehens.
David Wagner, 1971 in Andernach geboren, lebt in Berlin. Sein Werk umfasst zahlreiche Romane, Erzählungen Gedichte und Prosaformen, die sich nicht eindeutig einer Gattung zuschreiben lassen. Er erhielt zahlreiche Auszeichnungen wie etwa den Georg-K.-Glaser-Preis des Landes Rheinland-Pfalz und zuletzt den Preis der Leipziger Buchmesse.
Sonntag, 4. Dezember, 19.30 Uhr
Staatstheater Mainz, Glashaus, 55116 Mainz Termin im iCal-Format
Eintritte: 9,50 Euro / 4,75 Euro erm.
„Ursachen, Ursachen, Ursachen: Nimm zehn Therapeuten und du hast hundert Ursachen.“
Der Schriftsteller Thomas Melle leidet seit vielen Jahren an der manisch-depressiven Erkrankung, auch bipolare Störung genannt. In dem Roman „Die Welt im Rücken“ erzählt er davon, erzählt von persönlichen Dramen und langsamer Besserung, und gibt einen außergewöhnlichen Einblick in die Innenwelt eines psychisch Erkrankten. Die fesselnde Chronik eines zerrissenen Lebens, ein autobiografisch radikales Werk („Die Fiktion muss pausieren“) von höchster literarischer Kraft!
„Die Welt im Rücken“ steht auf der Shortlist zum Deutschen Buchpreis 2016.
„Wie Thomas Melle sein eigenes Zerreißen zwischen überfunkenden Nervenenden und nicht mehr kontrollierbaren Synapsenabstürzen als körperlichen wie geistigen Prozess beschreibt, ist schlicht umwerfend.» Cord Riechelmann, taz
Thomas Melle, 1975 in Bonn geboren, studierte Vergleichende Literaturwissenschaft und Philosophie in Tübingen, Austin (Texas) und Berlin. Er ist Autor vielgespielter Theaterstücke und übersetzte u. a. William T. Vollmanns Roman „Huren für Gloria“. Seine Romane „Sickster“ und „3000 Euro“ wurden hochgelobt und mehrfach ausgezeichnet.
Mittwoch, 16. November, 20 Uhr
Dorett Bar, Zanggasse 36, 55116 Mainz Termin im iCal-Format
Eintritt: 7,- Euro / 5,- Euro erm.
Trinkt das „andere Geschlecht“ (Simone de Beauvoir) auch anders? Oder nivellieren sich beim Alkoholgenuss alle vermeintlichen und realen Geschlechterdifferenzen? Diesen und anderen wichtigen Fragen geht die ZEIT-Journalistin Elisabeth Raether in ihrem hilfreichen Brevier „Die trinkende Frau“ nach. Schon jetzt ist davon auszugehen, dass dieses Buch ein Standardwerk zum Trinkverhalten des weiblichen Geschlechts werden wird. Welches Getränk eignet sich dafür, einen Pärchenabend zu sprengen? Welche Beziehungsdynamik entfaltet sich, wenn die Frau genauso viel trinken kann wie der Mann? Alle, die Antwort und Aufklärung in dieser Hinsicht suchen, sollten sich die Veranstaltung, die stilecht in der Mainzer „Dorett Bar“ stattfindet, nicht entgehen lassen.
Elisabeth Raether, geboren 1979, schrieb zusammen mit Jana Hensel in „Neue deutsche Mädchen“ (2008) über einen anderen Feminismus, als ihn Alice Schwarzer verkörpert. Von 2011 bis 2016 erschien ihre Kolumne „Die trinkende Frau“ regelmäßig im „ZEIT-Magazin“. Elisabeth Raether braucht keine Ausrede, um Alkohol zu trinken, und lebt in Hamburg und Berlin.
Freitag, 4. November, 20.00 Uhr
Drusussaal, Zitadelle, Bau E, Am 87er Denkmal, 55131 Mainz Termin im iCal-Format
Eintritt: 9,- Euro / 7,- Euro erm
Heiko Kolbe, der Protagonist in Philipp Winklers Debütroman „Hool“ ist das, was man landläufig einen Hooligan nennt: Ein leidenschaftlicher Anhänger von Hannover 96 (ja, das gibt’s) und zusammen mit seinen „Blutsbrüdern“ immer darauf aus, anderen Hools – man kann es nicht anders sagen – richtig auf die Fresse zu hauen. Eine nicht unbedingt sympathische Welt aus Muckibude, Testosteronwahn und Drogen aller Art, die Winkler aber mit großer Präzision und Einfühlung beschreibt. Und endlich mal wieder ein Buch, das hart und komisch von der bisweilen rauen deutschen Gegenwart erzählt.
Ein Roman wie eine Blutgrätsche – der völlig zu Recht auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises 2016 steht! Und jüngst den aspekte-Literaturpreis erhalten hat.
„Hool“ ist ein Wirkungstreffer und der nachhallendste Debütroman des Jahres.“
Frankfurter Neue Presse
„Es gebe zu wenige Romane, die von der deutschen Wirklichkeit erzählen, sagen manche. Hier ist einer.“
Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung
„Philipp Winkler ist die literarische Entdeckung der Saison.“
Hamburger Abendblatt
Samstag, 29. Oktober
Beginn: 20 Uhr
Buchhandlung Bukafski, Kurfürstenstraße 9, Mainz
Eintritt: 7 Euro / erm. 5 Euro
(Termin im iCal-Format)
(c) Stephanie Koch
Es beginnt mit einem ebenso allgegenwärtigen wie zumeist überhörten Stöhnen: Die Mitarbeiter „in der mittleren Ebene“ des IT-Konzerns McWorthy leiden unter den Zumutungen ihres Jobs. Nie können sie sicher sein, wo sie sich befinden und wohin sie unterwegs sind (oder sein sollten). Letztes Mittel der Selbstbewahrung: die Flucht ins Irrationale. Das Upgrade in die First Class wird zum Lebenszweck; die Opferung eines USB-Sticks zum Karriere-Boost, der eigene Unfalltod im geliebten Cabrio zum erleichternden Wunschtraum.
Mit allen möglichen Einbildungen und Fiktionen versuchen die Figuren dieser „Erzählungen aus den kapitalistischen Jahren“ – so der Untertitel von Jakubziks literarischem Debüt – sich das Arbeitsleben erträglich zu machen. Unausgesprochen steht hinter allem die Frage: Warum halten wir das alles aus?
Frank Jakubzik, 1965 in Kassel geboren, lebt und arbeitet in Mainz-Bretzenheim. Neben Übersetzungen (Zygmunt Bauman, G. K. Chesterton, Colin Crouch, Franco Moretti u.a.) verfasst und veröffentlicht er Prosa. „In der mittleren Ebene“ ist sein Erzähldebüt im Suhrkamp Verlag.
Sonntag, 23. Oktober, 20 Uhr
Capitol-Kino, Neubrunnenstraße 9, 55116 Mainz Termin im iCal-Format
Vorverkauf: 16 Euro (im Capitol-Kino und in der Buchhandlung Bukafski)
Abendkasse: 18 Euro
(c) Dennis Dirksen
Bislang war das eine Drittel von „Studio Braun“ und „Fraktus“ eher als in allen Medien wildernder Komiker im Gedächtnis. Zwar ist Strunk schon seit vielen Jahren auch Schriftsteller („Fleisch ist mein Gemüse“!) – aber eben oft mit jenen popkulturellen, autobiografischen und humoristischen Hintergründen, die viele Prominente den Versuch wagen lassen, sich mit bedruckten Seiten ein neues Standbein zu verschaffen.
Mit der Veröffentlichung seines Romans „Der goldene Handschuh“ nimmt seine Vita eine erstaunliche Wendung: Die Geschichte des realen Frauenmörders Fritz Honka lotet die Kaputtheit des Mikrokosmos Kneipe so weit aus, dass weit mehr zurückbleibt als das selbstgerechte Lachen über gescheiterte Existenzen. Im unaufhaltsamen Absturz gehen Menschlichkeit und Würde verloren und diese nur im Suff erträgliche Ausweglosigkeit wird zum Nährboden einer Mordserie.
Heinz Strunk verlässt also mit „Der goldene Handschuh“ unwiderruflich die Komikecke und schreibt sich auf die hell ausgeleuchteten Sofas des hohen Literaturbetriebs ein, so dass dem biederbürgerlichen Feuilleton die Pfeife aus der Hand fällt. Man spricht von einem „Stilwunder“ (FAZ), einem „formvollendeten“ (NZZ), „faszinierend unheimlichen“ (taz) und „brillanten, atmosphärisch hackendichten Roman“ (Bayern 2). Alle Achtung!
Eine Veranstaltung des LiteraturBüro Mainz e.V. in Kooperation mit den Programmkinos Mainz
Freitag, 3. Juni 2016
Beginn: 20.00 Uhr
Buchhandlung Bukafski, Kurfürstenstraße 9
Eintritt: 7,00 Euro/erm. 5,00 Euro
(c) Alexandra Sonntag
Wir haben die Zukunft der deutschsprachigen Literatur gesehen – und sie heißt Christoph Höhtker! Oder kann ein Autor schlecht sein, der zugleich von Jochen Distelmeyer, Rocko Schamoni und Frank Schulz gelobt wird?
„Alles sehen“, der neue Roman Höhtkers, ist das hochkomische Porträt der Stadt B. und einiger ihrer Bewohner. Da ist Michael Brandt, der Slacker und Studienabbrecher, der bei einem kommunistischen Kurierdienst anheuert, Marion, die mit Jan liiert ist, der aber am liebsten nur mit seinen Fahrrädern spricht. Und natürlich Marions Ex-Freund Frank Stremmer, den Höhtker-Fans bereits aus dessen Debüt „Die schreckliche Wirklichkeit des Lebens an meiner Seite“ kennen. Ein Roman von „Doppelbödig- und Welthaltigkeit, zeitgenössische Relevanz, Sexiness und speziellen Humor“ (Frank Schulz, Die Welt), der so wichtige Fragen klärt wie: „Wie wirken Drogen an einem Ort, der selber Droge ist“?
Für Leser, „die noch an die Neuerfindung des Romans glauben.“ (WDR 1LIVE Klubbing)
Christoph Höhtker, geboren 1967 in Bielefeld, studierte Soziologie, war Taxifahrer, Sprachlehrer, Werbetexter. 2013 veröffentlichte er sein Debüt „Die schreckliche Wirklichkeit des Lebens an meiner Seite“. Höhtker lebt und arbeitet in Genf.
Karten im VVK gibt’s im Capitol, im Großmanns und in der Buchhandlung Bukafski
(c) Dorle Bahlburg
Er ist Schriftsteller, Popstar, Filmemacher und -held. Mit seinem Debüt „Risiko des Ruhms“ legte er den Schlüsselroman über die Hamburger Boheme vor, der bereits jetzt von Literaturwissenschaftlern in diversen Großprojekten dechiffriert wird. Mit „Dorfpunks“ schrieb er sich seine viel zu fröhliche Jugend von der Seele, mit „Sternstunden der Bedeutungslosigkeit“ therapierte er gleich die halbe Bundesrepublik und „Fünf Löcher im Himmel“ gilt unter Eingeweihten als sein Opus magnum.
Nach dem medialen Overkill mit der Doku-Fiktion „Fraktus“ in allen Lichtspielhäusern und dem gleichnamigen Postpunk-Praetechno-Bandprojekt on stage hat Rocko Schamoni den Königstitel längst wieder angenommen und sich nochmals neu erfunden: Live gibt’s künftig nicht nur ein Best of ewigjunger Texte und musikalischer Evergreens, sondern auch verdammt viel neues aus Textproduktion und Tonstudio. Unterstützt wird bei diesem Programm der Superlative von Tex Matthias Strzoda, der bereits mit Bernd Begemann, Andreas Dorau und The Go-Betweens musizierte.
Eine Veranstaltung in Kooperation mit den Programmkinos Mainz