Dilek Güngör – Vater und ich

Montag, 29. November Muss leider Corona-bedingt entfallen!
Staatstheater Mainz, Kakadu
Beginn: 20.00 Uhr
Eintritt: 9,50 € / 4,75 € (Schüler/Studenten)

Die Weltliteratur ist voller Geschichten von problematischen Vater-Sohn-Beziehungen, was aber ist mit Vätern und Töchtern? Die Schriftstellerin Dilek Güngör beschreibt in „Vater und ich“ die schwierige Annäherung einer Tochter an ihren Vater, der als sogenannter Gastarbeiter in den 1970er Jahren aus der Türkei nach Deutschland gekommen ist.

© Ingrid Hertfelder

Dilek Güngör erzählt in ihrem Roman von dem Versuch, die Sprachlosigkeit, das Schweigen mit kleinen Gesten und Zeichen zu überwinden – auch wenn dies viel zu selten zu gelingen scheint. „Vater und ich“ ist ein humorvoller wie rührender Roman über eine Vater-Tochter-Beziehung, mit der sich viele werden identifizieren können.

Dilek Güngör, 1972 in Schwäbisch Gmünd geboren, studierte u.a. Journalistik in Mainz. Sie lebt mittlerweile in Berlin und arbeitete bei der Berliner Zeitung. 2019 erschien ihr hochgelobter Debütroman „Ich bin Özlem“ im Verbrecher Verlag. Ihr Roman „Vater und ich“ wurde auf der Longlist zum Deutschen Buchpreis 2021 nominiert.

Foto Dilek Güngör (c) Ingrid Hertfelder

Merle Kröger – Die Experten

Lesung mit Stefanie Schulte Strathaus

Donnerstag, 2. Dezember
Capitol
Beginn: 20 Uhr
Eintritt: 8 Euro / 5 Euro (erm.)


Anfang der 1960er: Adolf Eichmann wird in Jerusalem zum Tode verurteilt, Konrad Adenauer sagt Militärhilfe für Israel zu, gleichzeitig zieht es deutsche Flugzeugkonstrukteure und Raketentechniker nach Ägypten.

Rita Hellberg, Tochter eines Ingenieurs, will ihre Eltern in Kairo eigentlich nur besuchen. Doch der Vater entscheidet: Die Familie gehört zusammen. Präsident Nasser träumt von einer arabischen Rüstungsindustrie, und so baut der Vater einen Jagdbomber. Während sich die Mutter dem Leben in Kairo verweigert, erkennt Rita bald, dass es für sie keinen besseren Ort geben kann, um ihre eigene Zukunft zu gestalten. Sie lässt sich mitreißen von einer faszinierenden Welt im Umbruch. Erst mit der Zeit wird ihr klar, dass sie mitten in einem Konflikt gelandet ist, in dem um weltpolitische und regionale Interessen mit allen Mitteln gekämpft wird. Jeder beobachtet jeden, Bomben explodieren, Menschen sterben. 

„Ein Meilenstein des historischen Thrillers. Alles, was danach kommt, muss sich an ihm messen lassen.“ (Die Welt)

Die Autorin tritt zusammen mit Stefanie Schulte Strathaus auf, deren Erfahrungen in das Buch eingeflossen sind. 

Merle Kröger, lebt und arbeitet als Schriftstellerin, Drehbuchautorin und Dramaturgin in Berlin. Kröger ist Co-Autorin von Dokumentarfilmen und hat bisher vier Romane veröffentlicht, die vielfach ausgezeichnet wurden, u.a. als Bester Krimi des Jahres, mit dem Radio-Bremen-Krimipreis und dem Deutschen Krimipreis.

Saša Stanišić – Herkunft

Donnerstag, 16. Dezember
Beginn: 19.30 Uhr
Staatstheater Mainz, Kleines Haus
Eintritt: 9,50 € / 4,75 € (erm.)

„Eines der intelligentesten, geistsprühendsten und formal innovativsten Bücher dieses Frühjahrs“ urteilte Kritiker Denis Scheck kurz nach Erscheinen von „Herkunft“. Seitdem hat dieses Erinnerungsbuch unzählige Leserinnen und Leser begeistert, nicht zuletzt auch die Jury des Deutschen Buchpreises, mit dem sie im Herbst 2019 den Roman auszeichneten. 

(c) Katja Sämann

„Herkunft“ ist der Versuch Saša Stanišićs, sich seiner Heimat(en) zu erinnern oder sie wieder zu erfinden. Gleichzeitig ist der Roman ein Abschied von seiner Großmutter, die nach und nach in der Demenz versinkt. Aber noch viel mehr erzählt der Roman: von der Marxismus-Professorin, die Marx vergessen hat. Vom bosnischen Polizisten, der gern bestochen werden möchte. Von einer Grundschule mit drei Schülern, von Tito, Yugos und von Eichendorff. Und am Ende doch wieder – von Saša Stanišić.

Saša Stanišić wurde 1978 in Višegrad (Jugoslawien) geboren und lebt seit 1992 in Deutschland. Sein Debütroman „Wie der Soldat das Grammofon repariert“ wurde in 31 Sprachen übersetzt. Auch „Herkunft“ wurde ein großer Erfolg und stand monatelang auf den Bestsellerlisten. Saša Stanišić lebt und arbeitet in Hamburg.

Moderation: Ariane Binder

Foto Saša Stanišić (c) Katja Sämann