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Lesungen in Mainz – Programm 1.2022

Cover Programmheft Literaturbüro Mainz 1.2022
Programmheft 1.2022

Übersicht

Rocko Schamoni – Der Jaeger und sein Meister 
Donnerstag, 28. April 
Capitol 

Die Leselampe #9 – Mit Sarah Beicht, Elena Fischer und Daniel Borgeldt 
Donnerstag, 5. Mai 
Dorett Bar 

Jens Eisel – Cooper 
Samstag, 7. Mai 
Drusussaal/Zitadelle 

Barbara Kalender und Richard Stoiber – Vorstellung MÄRZ Verlag 
Freitag, 20. Mai 
Cardabela 

Yade Yasemin Önder – Wir wissen, wir könnten, und fallen synchron 
Montag, 13. Juni 
Kakadu 

Christoph Dallach und Andreas Dorau – Future Sounds
Donnerstag, 9. Juni 
Kulturclub schon schön

Treffen junger Autor:innen 2022

Das Treffen junger Autor:innen bietet jungen schreibenden Menschen eine Plattform, auf der sie ihre Texte vorstellen können, und schafft damit Aufmerksamkeit für ihre Anliegen, Themen und Standpunkte.

Bewerbungsschluss 15. Juli 2022
Bekanntgabe Auswahl September 2022

Das Treffen junger Autor:innen lädt bundesweit Menschen im Alter von 11 bis 21 Jahren ein, sich mit ihren selbst geschriebenen Texten zu bewerben. Thema und Stil können frei gewählt werden: Ob Geschichten, kurze Erzählungen, Theaterstücke, Slam Poetry, Gedichte, Spoken Word oder experimentelle Erzählformen – alle Textformen können eingereicht werden.

Eine unabhängige Jury wählt aus den Bewerbungen ca. zwanzig Autor:innen mit ihren Texten aus, die als Preisträger:innen zum Treffen junger Autor:innen nach Berlin eingeladen werden.

Das Treffen junger Autor:innen bietet jungen schreibenden Menschen eine Plattform, auf der sie ihre Texte vorstellen können, und schafft damit Aufmerksamkeit für ihre Anliegen, Themen und Standpunkte. Gleichzeitig öffnet das Treffen einen geschützten Raum, in dem sich die jungen Künstler:innen begegnen, gegenseitig inspirieren und durch professionelle Begleitung erfahrener Autor:innen und Workshopleiter:innen bestärkt werden, ihren persönlichen künstlerischen Ausdruck weiterzuentwickeln. 
Der Bundeswettbewerb Treffen junger Autor:innen der Berliner Festspiele wird gefördert durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung.

Quelle: https://www.berlinerfestspiele.de/de/treffen-junger-autorinnen/der-wettbewerb/allgemein/start.html

Alle Infos: https://www.berlinerfestspiele.de/de/treffen-junger-autorinnen/der-wettbewerb/bewerbung/start.html

Yade Yasemin Önder – Wir wissen, wir könnten, und fallen synchron

Moderation: Ariane Binder 

Kakadu Bar, Staatstheater Mainz 
Montag, 13. Juni 
Beginn: 20 Uhr 
Eintritt: 9,50 € / 4,75 € (erm.)

Foto Yade Yasmin Önder
Yade Yasmin Önder (c) Carolin Saage

1987: Irgendwo in der westdeutschen Provinz wird die Ich-Erzählerin geboren als „Mischling aus meiner Mutter und meinem Vater“. Doch die Familienidylle währt nicht lange: Der türkische Vater stirbt. Alleingelassen ergeben Tochter und Mutter eine toxische Mischung. Furios und sprachgewaltig erzählt der Roman, wie ein Mädchen hinausfindet aus einer beschädigten Familie hinein in eine düster-funkelnde BRD. Berichtet wird von einem Großvater mit Loch im Hals, von Sommern in Istanbul, die nach heißen Elektrogeräten riechen; von Dingen und Menschen, die auf Nimmerwiedersehen aus dem Fenster fliegen. „Wir wissen, wir könnten, und fallen synchron“, das Prosadebüt der Theaterautorin Yade Yasemin Önder, ist die Geschichte einer jungen Frau, die sich immer wieder verliert und wiederfindet, auseinanderfällt und neu zusammensetzt. 

Yade Yasemin Önder studierte (nach dem Abitur auf zweitem Bildungsweg) Literaturwissenschaft an der HU Berlin, Literarisches Schreiben am Deutschen Literaturinstitut Leipzig und Szenisches Schreiben an der Universität der Künste Berlin. Ihr erstes Theaterstück „Kartonage“ wurde zu den Autorentheatertagen 2017 eingeladen und am Wiener Burgtheater uraufgeführt. 2018 war sie Gewinnerin des open mike, 2019 Preisträgerin des Martha-Saalfeld-Förderpreises des Landes Rheinland-Pfalz.

MÄRZ Verlag

Lesung und Verlagsvorstellung mit Barbara Kalender und Richard Stoiber

Cardabela-Buchladen, Frauenlobstr. 40, Mainz
Freitag, 20. Mai 
Beginn: 19.00 Uhr 
Eintritt: 8 € / 5 € [erm.] 

Foto Barbara Kalender und Richard Stoiber
Barbara Kalender und Richard Stoiber (c) März-Verlag

Der MÄRZ-Verlag ist eine Legende. 1969 von Jörg Schröder gegründet, liefert er die wegweisenden Bücher für die linke Gegenkultur. Von der Anthologie „Acid“ über die deutsche Erstveröffentlichung von „Einer flog über das Kuckucksnest“ bis zu Bernward Vespers „Die Reise“ erscheinen bis 1987 die Kultbücher in den Erkennungsfarben Gelb-Rot-Schwarz und mischen den deutschen Literaturbetrieb gewaltig auf. 

Jetzt lassen Barbara Kalender, seit Anfang der Achtziger MÄRZ-Verlegerin, und Richard Stoiber, ehemaliger Lektor bei Matthes & Seitz, den MÄRZ-Verlag aufleben und schaffen damit einen Ort, an dem auch heute literarische und künstlerische Experimente ihren Platz finden. 

Barbara Kalender und Richard Stoiber stellen das Programm des neu gegründeten MÄRZ-Verlags mit Auszügen aus Klassikern und Neuentdeckungen vor: Kathy Ackers erzählerisches Vermächtnis „Bis aufs Blut“, der aktuelle Roman „Perlenbrauerei“ von Jenny Hval und Valerie Solanas‘ immer noch relevantes Traktat „Das Manifest der Gesellschaft zur Vernichtung der Männer“. 

Fehlen darf beim Einblick in das MÄRZ-Universum natürlich nicht einer der größten Romane der Weltliteratur, „Das Kind“ von Jules Vallès – trotz aller geschilderten sozialen Abgründe eines der witzigsten Bücher der französischen Literatur überhaupt. Bei den Sachbüchern wird der Bogen gespannt von Frantz Fanons Abrechnung mit dem Kolonialismus, „Für eine afrikanische Revolution“, zum Lieblingsessen der Deutschen, „Döner – Eine türkisch-deutsche Kulturgeschichte“ von Eberhard Seidel.