Artem Zoloratov: Als Kafka lachte

LESUNG

7. September 2022
19:00 Uhr
Eintritt: frei

Wissenschaftliche Stadtbibliothek
Rheinallee 3 B, 55116 Mainz

Das Platzangebot ist begrenzt, daher bitten wir Sie um Anmeldung unter:
E-Mail: stb.direktion@stadt.mainz.de oder Telefon: 06131/122649


Jurek beginnt ein neues Leben: Er gibt seinen perspektivlosen Job auf und setzt alles auf eine Karte: Literatur.

Der Traum, Schriftsteller zu werden, erweist sich in der Realität aber als gar nicht so einfach. Es fehlt Inspiration und Durchhaltevermögen, um an die Werke von Dostojewski, Hesse und Hamsun heranzureichen. Um überhaupt einen Roman zu schreiben… Was hilft, ist die Liebe.

So verliebt er sich in Laura. Eine tragisch schöne Liebesgeschichte beginnt, bei der er irgendwann nicht mehr weiß, was Realität und was Traum ist.

Artem Zolotarov wurde 1989 in der Ukraine geboren. 1998 zog er mit seiner Familie nach Deutschland. In Mainz studierte er Europäische Literatur und Germanistik. Seit 2014 tritt Zolotarov regelmäßig bei Poetry Slams auf. Bis Ende 2020 nahm er an über 600 Poetry Slams teil, von denen er über 150 gewinnen konnte. 2015 wurde Zolotarov rheinland-pfälzischer Poetry Slam Meister und nahm an den deutschsprachigen internationalen Meisterschaften teil. Im Jahr 2018 gewann er die „Tuttlinger Krähe“ und wurde Dritter beim Kabarettpreis „Das Schwarze Schaf“. 2021 wurde er Publikums- und Jurypreisträger bei der St. Ingberter Pfanne. Neben Poetry Slam Texten schreibt Artem Zolotarov Lyrik und Prosa, Theaterstücke und Rapsongs.

Veranstalter

Landeshauptstadt Mainz, Bibliotheken
Rheinallee 3 B, 55116 Mainz
www.bibliothek.mainz.de

Yade Yasemin Önder – Wir wissen, wir könnten, und fallen synchron

Moderation: Ariane Binder 

Kakadu Bar, Staatstheater Mainz 
Montag, 13. Juni 
Beginn: 20 Uhr 
Eintritt: 9,50 € / 4,75 € (erm.)

Foto Yade Yasmin Önder
Yade Yasmin Önder (c) Carolin Saage

1987: Irgendwo in der westdeutschen Provinz wird die Ich-Erzählerin geboren als „Mischling aus meiner Mutter und meinem Vater“. Doch die Familienidylle währt nicht lange: Der türkische Vater stirbt. Alleingelassen ergeben Tochter und Mutter eine toxische Mischung. Furios und sprachgewaltig erzählt der Roman, wie ein Mädchen hinausfindet aus einer beschädigten Familie hinein in eine düster-funkelnde BRD. Berichtet wird von einem Großvater mit Loch im Hals, von Sommern in Istanbul, die nach heißen Elektrogeräten riechen; von Dingen und Menschen, die auf Nimmerwiedersehen aus dem Fenster fliegen. „Wir wissen, wir könnten, und fallen synchron“, das Prosadebüt der Theaterautorin Yade Yasemin Önder, ist die Geschichte einer jungen Frau, die sich immer wieder verliert und wiederfindet, auseinanderfällt und neu zusammensetzt. 

Yade Yasemin Önder studierte (nach dem Abitur auf zweitem Bildungsweg) Literaturwissenschaft an der HU Berlin, Literarisches Schreiben am Deutschen Literaturinstitut Leipzig und Szenisches Schreiben an der Universität der Künste Berlin. Ihr erstes Theaterstück „Kartonage“ wurde zu den Autorentheatertagen 2017 eingeladen und am Wiener Burgtheater uraufgeführt. 2018 war sie Gewinnerin des open mike, 2019 Preisträgerin des Martha-Saalfeld-Förderpreises des Landes Rheinland-Pfalz.

MÄRZ Verlag

Lesung und Verlagsvorstellung mit Barbara Kalender und Richard Stoiber

Cardabela-Buchladen, Frauenlobstr. 40, Mainz
Freitag, 20. Mai 
Beginn: 19.00 Uhr 
Eintritt: 8 € / 5 € [erm.] 

Foto Barbara Kalender und Richard Stoiber
Barbara Kalender und Richard Stoiber (c) März-Verlag

Der MÄRZ-Verlag ist eine Legende. 1969 von Jörg Schröder gegründet, liefert er die wegweisenden Bücher für die linke Gegenkultur. Von der Anthologie „Acid“ über die deutsche Erstveröffentlichung von „Einer flog über das Kuckucksnest“ bis zu Bernward Vespers „Die Reise“ erscheinen bis 1987 die Kultbücher in den Erkennungsfarben Gelb-Rot-Schwarz und mischen den deutschen Literaturbetrieb gewaltig auf. 

Jetzt lassen Barbara Kalender, seit Anfang der Achtziger MÄRZ-Verlegerin, und Richard Stoiber, ehemaliger Lektor bei Matthes & Seitz, den MÄRZ-Verlag aufleben und schaffen damit einen Ort, an dem auch heute literarische und künstlerische Experimente ihren Platz finden. 

Barbara Kalender und Richard Stoiber stellen das Programm des neu gegründeten MÄRZ-Verlags mit Auszügen aus Klassikern und Neuentdeckungen vor: Kathy Ackers erzählerisches Vermächtnis „Bis aufs Blut“, der aktuelle Roman „Perlenbrauerei“ von Jenny Hval und Valerie Solanas‘ immer noch relevantes Traktat „Das Manifest der Gesellschaft zur Vernichtung der Männer“. 

Fehlen darf beim Einblick in das MÄRZ-Universum natürlich nicht einer der größten Romane der Weltliteratur, „Das Kind“ von Jules Vallès – trotz aller geschilderten sozialen Abgründe eines der witzigsten Bücher der französischen Literatur überhaupt. Bei den Sachbüchern wird der Bogen gespannt von Frantz Fanons Abrechnung mit dem Kolonialismus, „Für eine afrikanische Revolution“, zum Lieblingsessen der Deutschen, „Döner – Eine türkisch-deutsche Kulturgeschichte“ von Eberhard Seidel.