Cemile Sahin –  KOMMANDO AJAX

Dienstag, 5. November, 20:00 Uhr
Kakadu-Bar, Gutenbergplatz 3-5, 55116 Mainz
Eintritt: 9,50 € / 7,60 € erm. / 4,75 € Studenten

Eine kurdische Hochzeit in Rotterdam. Ein Scharfschütze, der im Laufe des Abends einen Schuss abfeuert. Eine Gruppe von Freunden zwischen den Niederlanden, Deutschland und Kurdistan, für die auf einmal nichts mehr ist, wie es war. Ein Kunstraub. Waffen aus dem 3D-Drucker. Gefängnis. Im Stil eines Actionfilms mit schnellen Cuts erzählt Cemile Sahin die Geschichte eines Verräters, von Rache, Liebe und Freundschaft, eindringlich, politisch, auf der Höhe der Zeit. 

„Die Entschiedenheit, Klarheit, Härte und Sicherheit im Ton von Cemile Sahin ist eine Wucht.“ Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung

Cemile Sahin ist Künstlerin und Autorin und wurde 1990 in Wiesbaden geboren. Sie hat in London und Berlin studiert und ist ars viva-Preisträgerin für Bildende Kunst. Zusammen mit Ronya Othmann betreute sie in der taz die Kolumne „Orient Express“. Sie hat bislang drei Romane veröffentlicht: „Taxi“ (2019), „Alle Hunde sterben“ (2020) und „KOMMANDO AJAX“ (2024). Für ihr Schreiben wurde sie mit der Alfred Döblin-Medaille ausgezeichnet.  

Moderation: Ariane Binder (3sat)

Deniz Utlu – Vaters Meer

Freitag, 25. Oktober
Beginn: 19.00 Uhr
Stadthaus Große Bleiche 46, 55116 Mainz
Eintritt: 8,- Euro, / 5,- Euro ermäßigt

Als Yunus dreizehn Jahre alt ist, erleidet sein Vater zwei Schlaganfälle und ist von da an vollständig gelähmt. Zehn Jahre wird der Vater von Yunus‘ Mutter gepflegt, bevor er stirbt. Yunus, der in der Zwischenzeit ein Studium aufnimmt, fängt an, über die Zeit mit seinem Vater zu reflektieren. Diese Erinnerungen fügen sich zu einem Porträt eines Mannes, der mit laut lachte oder auf Arabisch fluchte, der häufig abwesend und leicht reizbar war und der einst von der türkisch-syrischen Grenze nach Istanbul ging, dort den Militärputsch miterlebte und schließlich mit einem Frachtschiff nach Deutschland kam.

„Vaters Meer“ erzählt von einem Schicksalsschlag, der eine ganze Familie trifft, von einer Vater-Sohn-Beziehung, von Migration und Zugehörigkeit. Deniz Utlu zeichnet die unerwarteten Wege eines Lebens nach. Das Buch zeugt von der Kraft des Erzählens – die dann am deutlichsten wird, wenn die Sprache das Letzte ist, was einem bleibt. 

Deniz Utlu, geboren 1983 in Hannover, studierte Volkswirtschaftslehre. Er verfasst Romane, Theaterstücke, Lyrik und Essays, forscht am Deutschen Institut für Menschenrechte und veranstaltet am Gorki-Theater Berlin die Literaturreihe Prosa der Verhältnisse. Für „Vaters Meer“ hat Deniz Utlu den Literaturpreis der Europäischen Union 2024 erhalten.

Eine Veranstaltung in Kooperation mit FILMZ – Festival des deutschen Kinos (Symposium Postmigrantische (Ein-)Blicke)

Tanja Bogusz – Das Mädchen mit dem Heiermann

Mittwoch, 30. Oktober
Beginn: 19.30 Uhr
Buchhandlung Bukafski 
Kurfürstenstraße 9, 55116 Mainz
Eintritt: 8 € / 5 € (ermäßigt)

Eine Großmutter, die Damenringkämpferin auf der Reeperbahn ist. Eine Mutter, die im Hotel Luxor als Barfrau arbeitet. Damit könnte der Weg der kleinen Tanja – des Mädchens mit dem Heiermann – vorgezeichnet sein. Doch ihre Lebensgeschichte bewegt sich jenseits der üblichen St.-Pauli-Klischees. Lebendig, poetisch und mit großer Intensität erzählt Tanja Bogusz vom Aufwachsen auf dem Kiez, von ihrer Oma Klasina und ihrer Mutter Barbara, von Aufstieg und Stigma, Zusammenhalt und Flexibilität, Pragmatismus und unstillbarer Neugier, die sie schließlich in die Wissenschaft führten.

„Tanja Bogusz erzählt ihre Geschichte wie ein Roman. Von der ersten Seite an wird man reingezogen […]. Eine autobiographische, dichte Erzählung.“ Deutschlandfunk Kultur

Tanja Bogusz wurde 1970 in Hamburg geboren. Sie ist habilitierte Soziologin und Forscherin an der Universität Hamburg. Sie studierte in Paris bei Pierre Bourdieu, war Fellow an der New York University, hatte Gastprofessuren in Berlin, Paris und Kassel inne und ist Namensgeberin einer südpazifischen Seeschnecke.

Thorsten Nagelschmidt – Soledad

Sonntag, 13. Oktober
Beginn: 20.00 Uhr
Salon 3SEIN, Große Bleiche 60-62, Mainz
VVK: 15,- plus Gebühren, AK 18,-

März 2020, eine Lodge im kolumbianischen Dschungeldorf Soledad. Die Hamburger Fotografin Alena will nach einer Trennung eigentlich nur ein paar Tage bleiben. Doch sie verfällt dem Charme des Ortes und den Erzählungen Rainers, dem deutschen Betreiber der Lodge, dessen Lebensgeschichte (im Mainz der 1960er- und 1970er Jahre aufgewachsen) mit Alenas ersten Eindrücken von diesem charismatischen Mann wenig zu tun hat: In seiner Kindheit immer für zu weich gehalten, rebelliert er gegen das muffige Nachkriegsdeutschland, und landet nach einer Odyssee durch Lateinamerika in Kolumbien. Dort kaufte er einem Drogenboss ein Stück Land ab, um seine Lodge zu errichten.

Wie in seinem Roman »Arbeit« erzählt Thorsten Nagelschmidt in »Soledad« mit beeindruckendem Einfühlungsvermögen und Witz von auf den ersten Blick sehr ungleichen Menschen, die sich in ihrem Wunsch nach Anerkennung und Zugehörigkeit näher sind, als sie anfangs dachten.

Thorsten Nagelschmidt, 1976 in Rheine geboren, ist Schriftsteller, Musiker und Künstler. Er ist Sänger und Gitarrist der Band Muff Potter. Seit 2007 gab er Hunderte von Lesungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz und unterstützte internationale Autoren wie Irvine Welsh und John Niven auf deren Lesereisen. 

Moderation: Ingmar Weber (S. Fischer Verlag)

Lesungen in Mainz – Programm 2.2024

Cover Programmheft LiteraturBüro Mainz 2.2024

Thorsten Nagelschmidt – Soledad
13. Oktober 24 – Salon 3sein

Deniz Utlu – Vaters Meer
25. Oktober 24 – Stadthaus, Große Bleiche

Tanja Bogusz – Das Mädchen mit dem Heiermann
30. Oktober 24 – Buchhandlung Bukafski

Cemile Sahin – KOMMANDO AJAX
5. November 24 – Kakadu-Bar

Clemens Meyer – Die Projektoren
6. November 24 – Akademie der Wissenschaften und der Literatur

Dietmar Gaumann – Heilige Kühe
7. November 24 – Weingut Becker, Mainz-Ebersheim

Alexander Pfeiffer – Terrorballade
23. November 24 – Draisberghof, Mainz-Gonsenheim

Die Leselampe #16
5. Dezember 24 – Dorett Bar

Lesungen in Mainz – Programm 1.2024

Programm 1.2024 LiteraturBüro

Yandé Seck  „Weiße Wolken“
Dienstag, 21. Mai um 19 Uhr – Buchhandlung Cardabela

Kurt Tallert (Retrogott) „Spur und Abweg“ 
Donnerstag, 23. Mai um 2o Uhr – schon schön

Diedrich Diederichsen „Das 21. Jahrhundert“
Montag, 27. Mai um 20 Uhr – schon schön

Paula Irmschler „Alles immer wegen damals“
Freitag, 7. Juni um 20 Uhr – schon schön

Franz Dobler: „Ein Sohn von zwei Müttern“
Donnerstag, 13. Juni um 19.30 Uhr – Buchhandlung Bukafski

Treffen junger Autorinnen und Autoren 2024

Vom 21. bis zum 25. November 2024 findet in Berlin das diesjährige »Treffen junger Autor*innen« statt:

Bewerbungsschluss 15. Juli 2024
Bekanntgabe Auswahl 17. September 2024

Weitere Infos unter https://www.berlinerfestspiele.de/treffen-junge-szene/treffen-junger-autorinnen/das-treffen/bewerbung

Die Preisträger*innen werden zum fünftägigen Treffen junger Autor*innen nach Berlin eingeladen. Sie präsentieren die ausgewählten Texte in einer gemeinsamen Lesung vor Publikum im Haus der Berliner Festspiele. Darüber hinaus erhalten sie die Gelegenheit an Workshops mit den Autor*innen der Jury und weiteren Expert*innen teilzunehmen.

Franz Dobler – Ein Sohn von zwei Müttern

Donnerstag, 13. Juni 2024, 19:30 Uhr
Buchhandlung Bukafski, Kurfürstenstraße 9, Mainz
Eintritt: 8 € / 5 € (erm.)

Die späten 1960er im sogenannten bayerischen Pfaffenwinkel: Ein kleiner Junge sitzt in der Badewanne seiner Adoptiveltern und ruft: „Ich bin ein Adoptivkind“. Jahre später – der Junge ist längst ein erwachsener Mann und selbst Vater – holt ihn seine Geschichte ein.  Er sitzt im Flugzeug nach New York auf dem Weg zu seiner leiblichen Mutter, die er seit dreißig Jahren nicht gesehen hat. Während des scheinbar endlosen Fluges drängt seine Adoptionsgeschichte, die er immer mürrisch beiseite gewischt hat, weil er zu beschäftigt war, das Leben zu bewältigen, plötzlich an die Oberfläche.

Er ist ein Sohn von zwei Müttern. Oder waren es noch mehr? Ist nicht jeder auch ein Kind seiner Zeit, geprägt von Musik, von Lektüren und von den unzähligen Zufällen des Lebens? 

Franz Dobler lebt in Bayern und hat seit 1988 neben Romanen und Gedichtbänden, für die er u. a. mit dem Bayerischen Literaturförderpreis ausgezeichnet wurde, auch Erzählungen und Musikbücher veröffentlicht. Für seine Kriminalromane „Ein Bulle im Zug“ und „Ein Schlag ins Gesicht“ erhielt er jeweils den Deutschen Krimi Preis.

Paula Irmschler – Alles immer wegen damals

Freitag, 7. Juni 2024, 20 Uhr
Kulturclub schon schön, Große Bleiche, Mainz
Eintritt: 15 € VVK | 18 € AK

Der Hund ist jetzt da, nun muss man sich eben um ihn kümmern, sagt Gerda, Karlas Mutter. So wie die Kinder, die waren damals auch plötzlich da und man musste sich eben kümmern. Das will Karla in jedem Fall anders machen. Also ist sie von Leipzig nach Köln geflohen, hat den Kontakt zu Gerda abgebrochen. Aber jetzt hadert Karla mit der Ausbildung, kämpft mit der Miete, und von ihrer Freundin könnte auch mal der nächste Schritt kommen. Ob es also eine gute Idee von Karlas Geschwistern war, Karla und Gerda zu ihren jeweiligen runden Geburtstagen – dem 30. und dem 60. – eine gemeinsame Reise nach Hamburg zu schenken?

Wahrhaftig, voller Witz und Zärtlichkeit erzählt Paula Irmschler von zwei verschiedenen Frauen, die zufällig Mutter und Tochter sind. »Paula Irmschler lesen ist wie Saufen mit der besten Freundin, aber ohne Kater. Magisch.« Margarete Stokowski

Paula Irmschler, 1989 in Dresden geboren, lebt in Köln. Sie schreibt für u. a. »Jungle World«, »Missy Magazine« und »Musikexpress«. Seit 2018 ist sie Redakteurin bei »Titanic«. Ihr Debüt »Superbusen« war ein Bestseller und wurde für die Bühne adaptiert.

Eine Veranstaltung des LiteraturBüro Mainz e.V. in Kooperation mit Kulturclub schon schön

Diedrich Diederichsen – Das 21. Jahrhundert

Montag, 27. Mai 2024, Beginn: 20.00 Uhr
3SEIN (neben Schon Schön), Große Bleiche,  Mainz
Eintritt 10 € VVK, 12 € AK

Kaum war das 21. Jahrhundert angebrochen, wartete es auch schon mit neuen Schrecken, Idiotien und gelegentlichen Glücksmomenten auf. Zu den wenigen, die es noch wagen, in diesem von den Medien verdickten und beschleunigten Wirrwarr Zusammenhänge herzustellen und dabei an einem anspruchsvollen Begriff von Kritik festzuhalten, gehört Diedrich Diederichsen.

In »Das 21. Jahrhundert« zeigt er sein stupendes Wissen über sämtliche Trends in Kunst, Kino, Fernsehen, Literatur, Musik, Theater, Theorie und Politik, das bis in die feinsten Verästelungen der Gegenkultur reicht. Er ist in der Lage, aus Erkenntnistheorie ebenso Funken zu schlagen wie aus den »Simpsons«, den Inszenierungen von René Pollesch oder Serien wie »Underground Railroad«. Vor allem vermag er es wie kein anderer, das eine mit dem anderen zu verknüpfen und von Theodor W. Adorno zur Familie Duck oder von einer Hamburger Baustelle zu einer feministischen Kunstinstallation (und zurück) zu springen. Was Zeitgenossenschaft bedeuten kann, ist seit Walter Benjamin nicht mehr so eindrucksvoll unter Beweis gestellt worden.

Diedrich Diederichsen, geb. 1957 in Hamburg, ist Professor für Theorie, Praxis und Vermittlung von Gegenwartskunst an der Akademie der bildenden Künste in Wien. In den 80er Jahren war er Redakteur bei den Musikzeitschriften Sounds und SPEX, seit den 90ern arbeitet er als Hochschullehrer u. a. in Stuttgart, Frankfurt, Wien, Pasadena, St. Louis, Los Angeles. 

Eine Kooperationsveranstaltung des LiteraturBüro Mainz e.V. und des Kulturclubs schon schön